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Buffy   
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Santa
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BeitragVerfasst am: 15.09.2018, 14:56    Titel: Das Einreiten....   Antworten mit Zitat

Den vor 2 Jahren haben wir nun mit Longentraining verbracht. Aber wir sind auch spazieren gegangen. Mit Gesellschaft super, allein ein Kampf. Dann hat sie gelernt, bei Saphyra als Handmuli zu laufen. So sind wir gemütlich durch den Wald gewandert, Handmuli war voll ihr Ding. Wir haben tolle Ausflüge gemacht mit Bonny vor der Kutsche, ich auf Saphyra, Buffy nebenbei und die Hunde um uns rum.
Andreas stellt uns immer neue Aufgaben. So wurde Buffy auch von hinten gefahren, was sie auch sofort begriffen hat. Longe um die Hinterhand hat sie auch überhaupt nicht gestört. Bei solchen Dingen war sie immer tiefenentspannt.
Wichtig für mich was weiterhin das Hängertraining. Ich habe mir also alle 14 Tage den Hänger geliehen, habe ihn auf die Koppel gestellt und dort dann geübt. Das sah so aus, dass sie Kekse bekommen hat, wenn sie oben war. Sobald das Langohr also den Hänger gesehen hat, ging sie flotten Schrittes drauf zu und hoch. Hatte ich nach 10 Minuten beschlossen, dass wir genug geübt hatten, fingen die Probleme an. Buffy wollte weiter üben. Sie ging also vom Hänger nicht weg. Sie blieb stehen und verweigerte den gehorsam. Und wenn ich sie gezwungen habe (treibende Position, hat mir Andreas gezeigt), hatte ich tatsächlich etwas Angst vor Ihr. Sie hat die Ohren angelegt und die Nüstern hochgezogen. Sie hat ein Gesicht eine sehr sehr bösen Mulis gemacht und ich wollte ihr nicht den Rücken zudrehen.
Allerdings musste ich auch immer sehr Lachen, sie ist so völlig ausdrucksstark im Gesicht.
Still Leiden ist nicht Buffys Sache.

Um das Einreiten habe ich mir noch nicht viel Gedanken gemacht, ich war noch mit so vielen anderen Dingen beschäftigt.
Bis Andreas eines Samstags sagte, ich sollte aufsteigen. Huch, ich da rauf? Nein Danke, dass muss wirklich nicht sein.
Aber Andreas war sich sicher, also rauf. Wie aus dem Lehrbuch, Rüberlegen, Aufsteigen und Absteigen, …. Und was macht der Esel? Es ist ihr völlig egal. Die ersten Schritte sind etwas wackelig und ich habe mich sichtlich unwohl gefühlt. Aber Buffy war es wirklich egal, dass ich auf ihrem Rücken sitze. Nur das Gewicht musste sie noch etwas ausgleichen, da brauchte sie Übung.
Und bis heute hat Buffy noch nicht einmal versucht, mich zum Fussgänger zu degradieren. Sie hat nie gebockt oder sonst etwas versucht, was mich in Platznot gebracht hat...

Also habe ich die Idee mit dem Externen Beritt aufgegeben.
Dabei find die Arbeit doch jetzt erst an...

LG

Claudia

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BeitragVerfasst am: 16.09.2018, 19:25    Titel: Bilder   Antworten mit Zitat

Bilder von unserem ersten Sommer zusammen in 2006.
Da ist sie noch ein richtig schmales Hemd...
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BeitragVerfasst am: 16.09.2018, 19:31    Titel:   Antworten mit Zitat

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BeitragVerfasst am: 16.09.2018, 19:51    Titel: Heute...   Antworten mit Zitat

Heute war einer der Tage, wo ich einen tollen Ausritt mit meinem Esel hatte. Durchs Dorf erst war zäh. Den Weg gehe ich aber auch sehr selten und dort ist eine Schweinestall und Hunde, die sie angeglotzt haben. Das mag die Buffy nicht.
Aber riesen Trecker machen ihr überhaupt nichts. Das ist schon mal sehr entspannend, nichts ist schlimmer, als mit einem treckerscheuen Equiden auszureiten.
Autobahnbrücke ging sehr gut, aber ich habe auch noch geführt, aber durch den Tunnel ist sie dann allein, ohne führen. Toll, Sie war munter, ist vorwärts gegangen und wir konnten richtig zusammen entspannen.
Ich glaube im der letzten Ausgabe von "Der Horsemen" stand, dass Pferden Bereiche im Gehirn fehlen oder nur ganz gering ausgeprägt sind, wo Lügen und strategisches Denken entsteht. Aber wenn der Esel Angstvoll einen zersplitternden Baumstumpf anschnorchelt, langsam und zögernd darauf zugeht.... um dann ganz entspannt das Grasbüschel daneben abzurupfen, kommen mir doch Zweifel. Das macht die doch mit Absicht!? Aber auf jeden Fall bringt sie mich damit zum Lachen. Ich bin eben Konsequent nicht Konsequent....

Bei dem Ausritt habe ich daran gedacht, dass ich nun über 2 Jahres intensives Training investiert habe, um dies zu erreichen. Hätte ich den Ausritt auch so genossen, wenn ich mir damals keine "Wildmuli" gekauft hätte? Ich hätte mir ja auch eine Saphyra in jünger und gesünder kaufen können. Dann hätte ich diese Ausritte schon vor 2 Jahren haben können. Weiss man es mehr zu schätzen, weil mal so dafür kämpfen musste? Weil es selber gemacht, …. ähhh - selber trainiert - ist?
Ich denke schon. Und vor allem nehme ich es nicht als selbstverständlich. Ich meine heute war der Ausritt toll, aber nächste Woche kann das wieder ganz anders aussehen.
Aber langfristig werden wir Super werden, langfristig werden wir ein Dream-Team.
Manchmal schon etwas erschreckend, wie lieb ich dieses sture Biest habe.

So, nächste Woche schreibe ich Euch dann, wie Buffy vor 2 Jahren mit mir durchgegangen ist... im Schritt!

Damit mal schönes Wochenende noch.

Lg

Claudia

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BeitragVerfasst am: 21.09.2018, 14:57    Titel: Die erste Ausritte   Antworten mit Zitat

Im Sommer 2016 habe ich mit Buffy brav weiter trainiert. Ob ich auf dem Rücken sitze oder nicht, war ihr völlig egal. Ich habe also zuerst auf der Koppel das Lenken und Anhalten geübt. Beim Anhalten hat Andreas von Anfang an auf "Hoo" gesetzt. Auf Hooo musste sie immer stehen bleiben und einen Schritt rückwärts. Das haben wir an der Hand wie blöd trainiert und mit der richtigen Keksen hat sie es sehr schnell begriffen. Hilft ungemein, wenn man mit Stimme das Tier stoppen kann.

Mit Lenken war nicht so einfach. Natürlich habe ich schon vorher mit ihr geübt, ein Gebiss zu dulden. Leider überhaupt nicht erfolgreich. Ich habe es mit allen Tricks probiert, aber die Zunge kam immer raus, und zwar richtig raus. Gekringelt und sie hätte sich damit auch in den Augen "lecken" können. Honig, Zucker, damit Fressen, alles habe ich probiert, aber das Gebiss konnte ich ihr auch nach 2 Jahren nicht schmackhaft machen. Aber 2016 ´WAR ICH DA NOCH guter Dinge, nur Zügel wollte ich nicht ran machen. Also bin ich mit Kappzaum geritten. Andreas hat mir seinen geliehen, der nicht ganz so weich gepolstert war, damit ich wenigstens etwas Einfluss habe.
Weil Buffy mit mir ja so brav gelaufen ist und ich nicht immer nur auf der Koppel reiten wollte, konnte ich ab und an Evelin überreden, mit mir auszureiten. Sie hat dann Saphyra genommen und ich bin mit Buffy hinterher. Ich habe mir da vorher nie einen Kopf gemacht, Buffy ging ja auch als Handpferd.
Und tatsächlich fand Buffy es total lustig. Sie lief gern vorne weg um wenn etwas gruseliges kam, sich schnell in die 2. Reihe fallen zu lassen. War das Monster vorbei, ging es wieder nach vorne....
Auf einem unserer ersten Ausritte ging es durch den Wald und die Felder. Hinter einem abgeernteten Feld war eine Koppel mit Pferden. Buffy sieht alles! Auch die Pferde wurden sofort entdeckt. Sie ist sofort den Abhang hoch, auf das Feld und zielstrebig wollte sie die 100 Meter zu den Pferden, um diese Kennen zu lernen. Ich habe natürlich sofort versucht, wieder zu Saphyra zurück zu lenken, aber da war der Esel nicht mit einverstanden. Ich konnte ziehen oder Rücken, aber Buffy ignorierte meine Versuche und ging zielstrebig weiter über das Feld. OK, es hat nicht unbedingt geholfen, dass ich vor Lachen fast runtergefallen bin. Schließlich habe ich beide Hände an einen Zügel genommen und mit aller Kraft gezogen. Mir hätte noch ein Stock gefehlt, mit dem ich ihr ein Vorderbein hätte wegziehen können um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Aber das wäre dann nicht so richtig Horsemenship…
Nach dem Halben Feld war es ihr zu blöd und sie ist umgedreht.... also wieder zurück zum Weg, Abhang runter und wieder hinter Saphyra hinterher.

Das war also unser erstes Durchgehen. Nicht gefährlich, eher lustig. Zeigte mir aber, wenn Buffy was will, dann will sie wirklich.
Fremde Pferde sind auch heute noch immer aufregend. Wenn wir Reiter treffen, muss ich oft die Gerte zu Hilfe nehmen und an Ihre Schulter klopfen, damit sie weiter geradeaus geht und nicht jedes fremde Pferd kennen lernt.

2 mal ist sie mir noch durchgegangen, das war dann auch etwas aufregender. Ein Ausritt im ersten Winter allein mit Buffy ging es einen Berg runter und unten hat sie wieder ein fremdes Pferd gesehen. Sie ist sofort losgerannt. Es ging recht steil bergab, der Esel ging im Schleudertrab und ich zog den Kopf im 90 Grad Winkel rum. So ist sie weiter geradeaus bergab gelaufen. Das war unheimlich, ich hatte angst, sie stürzt. Ging aber alles gut.
Und das 3. Mal war dieses Frühjahr zusammen mit Greyson. Die waren beide total kriebelig und dann war da ein Hund, wo sonst nie einer ist. Buffy ist sofort gedreht und losgerannt. Im vollen Galopp durch den Wald, ich mit Bosal und konnte nicht anhalten. Dann ist sie rauf auf die Strasse, zum Glück kam da gerade kein Auto. Dann blieb Greyson aber stehen und ich konnte richtig merken, wie sie sich umgeschaut hat. Nein, so allein macht das keinen Spass…. also ist sie angehalten und wieder umgedreht. Das brauche ich dann nicht mehr so oft. Als Folge reite ich nun mit dem Glücksrad. Das findet sie bei seitlicher Einwirkung recht scharf und damit kann ich sie sehr gut anhalten.

LG

Claudia

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BeitragVerfasst am: 23.09.2018, 21:12    Titel: Das Thema mit der Angst...   Antworten mit Zitat

Gestern haben wir endlich Greta / Jule wieder gesehen. Sie sieht toll aus. Und als wir sie gerufen haben, Gabi und ich, hat sie sofort gewiehert und ist gekommen. Ohhhh, wie niedlich. Sie hat zugenommen und sieht viel größer aus.
Wir waren bei Dana, weil Dana als Trainerin ein Seminar zum Thema Angst und Stresssituationen beim Reiten gegeben hat. Dazu hat sie uns freundlicherweise eingeladen.
Wir waren 11 Mann (bzw. Mädels, Herren waren nicht vertreten) und jeder schilderte Situation, die sie belasteten. Waren wirklich krasse Geschichten dabei. Ich finde es besonders erstaunlich, dass manche trotzdem beim Reiten bleiben.

Ich habe darüber nachgedacht, was ich sagen soll. Natürlich hatte ich schon Situationen, bei denen ich Angst beim Reiten hatte. Aber ich habe immer versucht, eine Lösung dafür zu finden. So war es zum Beispiel mit der Vielseitigkeitsreiterei mit Saphyra. Sie war toll, ist immer alles gesprungen und ich wollte meinen ersten A-Parcours nennen. Man konnte sich die Strecke vorher anschauen. Dabei war ein Absprung, ca. 90 cm.
eek!
Ich stand beim Absprung (ohne Pferd) und habe gleich gesagt, das reite ich nicht! Das war hier meine Lösung. Feige? Vielleicht. Aber mein Wunsch diese Prüfung zu reiten war nicht so groß, dass ich mich damit weiter auseinander setzen wollte.
Also habe ich die Prüfungen aufgegeben und bin viel lieber Lehrgänge geritten. Da hatten wir beide viel Spass. Da bin ich auch mal runter gefallen, habe mir aber nie etwas getan.

Und wie ist es nun mit Buffy? Angst sie zu reiten hatte ich nie, sie hat ja nie etwas gemacht.
Aber ich habe schon öfters ein ungutes Bauchgefühl. "Will ich wirklich allein über die Autobahnbrücke reiten?" oder "Bei der Strecke komme ich an Kühen vorbei".... Auch beliebt die Runde an der Hundepension vorbei, wo die Hunde nur schauen aber nicht bellen. Gruselig für ein Maultier. In Begleitung, insbesondere von Saphyra, ist Buffy (und damit auch ich) tiefenentspannt.
Aber allein? Was ist wenn sie losrennt, ich runter falle, sie sich verletzt?
Ich bin ja immer ein Mensch der schon plant, wenn ich zum Pferd fahre. Ich plane ob ich ausreite oder auf dem Platz bleiben und wenn ich ausreite, welchen Weg ich gehen will. Ich bin überhaupt nicht spontan. Und ich habe mich dann so manches mal dabei ertappt, wie ich die Ausritte möglichst "einfach" geplant habe. Nur weil mein Bauch mir gesagt hat, dass die Strecke unschön werden kann. Aber das will ich nicht! Ich will den Ausritt nicht nach den Launen meines Maultiers planen. Also drehe ich jetzt extra Runden an den Kühen vorbei, an der Hundepension und auch die Autobahnbrücke haben wir schon gemeistert.

Ich fühle mich ganz bestimmt nicht immer wohl dabei, insbesondere wenn Buffy total angespannt ist. Sie ist manchmal so verspannt und glotzig, dass ein Fingerschnippen reichen würde, und sie explodiert. Das ist kein schönes Reiten. Wie gehe ich damit um? Ich habe viel überlegt, was zu tun ist. Ich habe ausprobiert, dann besonders forsch vorwärts zu reiten.
So klappte es mit Saphyra. Aber Buffy fühlt sich damit überfordert, sie mag das nicht und ist weiterhin eher noch spanniger.
Also reite ich langsamer und atme bewusst tief und ruhig. Am besten hilft aber, wenn ich mal absteige und Buffy ein Stück führe.

Dieses spannige Laufen von Buffy habe ich auch als Beispiel aufgeführt in dem Seminar. War nicht sehr spektakulär im Vergleich zu den anderen, aber darum geht es ja nicht.
Dana hat noch nachgefragt, ob es nicht auch Angst von mir war, dass Sie Jule nicht allein von der Sommerkoppel holen durfte und ich ihr immer ein Begleitung organisiert habe.
Und sie hat Recht, ich versucht Gefahren vorher einzuschätzen und oft auch zu vermeiden. Jule war seit ca. 4 Wochen erst ans Halfter gewöhnt, Menschen hat sie noch nicht so richtig vertraut und auch Strassenverkehr war ihr nicht bekannt. Ich wollte wirklich, dass nichts passiert. Sie sollte die ersten Erfahrungen nun mal zusammen mit der ruhigen Saphyra machen. Ist das Angst oder Vorsicht? Wo ist da der Unterschied?

Ich geht nur Sonntags Vormittags über die Autobahnbrücke. Der Verkehr ist sehr ruhig und die Autofahrer haben Sonntag etwas mehr Zeit als im Berufsverkehr. Ist das Vorsicht oder Angst?

Heute bin ich mit Buffy ausgeritten. Sie ist das letzte mal Montag bewegt worden, stand also fast eine Woche. Hätte ich jetzt erst auf dem Platz reiten sollen? Oder Longieren vorher?
Wäre vernünftig gewesen, hatte ich aber keine Lust zu. Ich habe den Hund mitgenommen und hoffte, dass sie sich davon nicht irritieren lasst. Wir hatten einen tollen Ausritt, der Hund war toll, Buffy war toll, wetter war toll. Ich habe bewusst immer wieder in mich hierein "gehorcht" und wir hatten Phasen, wo ich mich nicht wohl gefühlt habe. Ich habe dann versucht bewusst loszulassen und ihr zu vertrauen. Zügel weg, Bein weg und nur atmen. Und auch mal klopfen... (Was Dana uns gezeigt hat). Ich fand uns gut und es war wieder mal einer der besten Ausritte, die ich mit Buffy hatte. Und Eselchen war auch sehr zufrieden.

Wenn Ihr also beim Reiten angst habt, seid ihr wirklich nicht allein. Und es gibt einiges, was man machen kann. Was wir nicht machen ist, das Reiten aufgeben. Das ist doch keine Option.

Dann mal tolle Woche.

Claudia

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BeitragVerfasst am: 02.10.2018, 17:16    Titel: Der Herbst ist da....   Antworten mit Zitat

Der Herbst ist doch eine tolle Zeit zum Reiten.
Deshalb hatte ich mich für Sonntag zum Ausreiten mit Gabi verabredet. Wir wollten mit dem Hänger wieder in den Wald fahren.
Leider ging es Gabi nicht so gut, so dass sie nicht mitkommen konnte. Da stand ich nun am Sonntag morgen mit dem Hänger auf den Hof und wusste nicht so richtig, was ich machen sollte. Sollte ich allein mit Buffy losfahren? Ich hatte Buffy doch versprochen, dass sie nicht mehr allein im Hänger fahren muss. Das kam also nicht in Frage.
Also Hänger wieder zurückbringen und nur so ausreiten? Auch doof. Der Hänger steht ja in der Nähe der Koppel und als ich schaute, standen meine beiden Mädels ganz vorn am Tor und schauten voller Vorfreude mich an. Interpretiere ich da zu viel rein? Egal, der Entschluss war gefasst. Ich werde mit beiden losfahren und dann mit Saphyra eine schöne Runde drehen und der Esel darf als Handmuli laufen. Und zur Krönung durfte auch noch der Schäferhund mitlaufen. Entschluss gefasst, nun ging es an die Umsetzung. Die beiden von der Koppel geholt und schnelle Katzenwäsche. Dann habe ich Saphyra gleich gesattelt und das Verladen hat gerade mal 1 Minute gedauert. Saphyra ging gleich rauf, Eselchen schubste mich zur Seite um schnell nach vorn an die Krippe zu kommen. Aber sie war nicht schnell genug, Saphyra hatte schon die Kekse alle aufgefressen, bevor Buffy da war.
Na, Tür zu und los.
Fahrt war gerade mal 10 Minuten, die beiden waren super drauf. Dann aussteigen, Hund raus und los.
Saphyra war begeistert und ging mit flotten Schritten vorweg. Buffy fand die Strecke eher doof, Bäume kann sie auch bei uns am Stall sehen. Sie würde wohl gern mal durch eine Einkaufsstrasse schlendern, aber auch ein Vorort mit hübschen Gärten wäre mal eine Abwechslung.
Wir waren rund 90 Minuten unterwegs, Wetter war toll und wir 4 waren eine tolle Truppe. Wir kamen auch an einem Reitstall vorbei, wo wir noch eine alte Stallkollegin vom Offenstall vorher getroffen haben. Man, die Welt ist klein.
Wieder am Hänger ging es so entspannt weiter. Beide stiegen ein und die Fahrt zurück war super. Ach, wir haben so viel Spass gehabt, was für ein schöner Sonntag.
Leider ging der für Gabi nicht so gut aus. Sie ist auf dem Platz mit Greyson geritten. Er war wohl auch ganz toll. Im Galopp ist er dann leider gestolpert und gestürzt. Gabi hat das Bein nicht unter ihm rausbekommen. Sie hat nun ein gebrochenes Wadenbein und darf 3 Monate nicht reiten. Das war einfach Pech, Buffy ist mir auch schon 2 x auf dem Platz hingefallen.
Nun geht Greyson am Samstag zu einer Freundin von Gabi und wird dort geritten und beschäftigt. Ach, der Dicke wird mir schon fehlen und jetzt reitet eigentlich keiner mehr mit mir aus... Na, ich wünsche gute Besserung und freue mich auf unsere Ausritte im Frühjahr.

LG
Claudia

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BeitragVerfasst am: 02.10.2018, 22:21    Titel:   Antworten mit Zitat

Sommer 2016: Den ersten Sommer verbrachten Buffy und ich nun zusammen mit Üben. Bzw, ich wollte Üben, Buffy hatte oft andere Interessen.
2016 war ein sehr nasser Sommer. Ich hatte nur die Möglichkeit, etwas auf einem kleinen abgetrennten Wiesenstück zu machen oder mit ihr raus zu gehen.
Also übte ich Lenken und Tempokontrolle auf der Wiese, wenn es nicht zu nass war. Das ging meist nur im Schritt, für Trab war es oft zu rutschig. Und so richtig Fortschritte machten wir da auch nicht. Wenn Buffy und ich dieselbe Idee hatten, ging es wunderbar. Leider kam es nicht so häufig vor.
Ich musste auch lernen, dass das Muli nicht in die Richtung läuft, in die der Kopf und die Nase zeigt. Buffy kann nach Norden schauen und nach Süden laufen. Sehr geschickt, aber das war nicht unser Trainingsziel.
Jede Woche hatten wir eine Stunde bei Andreas, so dass ich immer wieder Input bekam, was ich mit Buffy üben sollte.
Wenn ich nicht auf der Koppel üben konnte, ging ich mit Buffy raus. Das war ein Spass… Wenn ich Begleitung hatte und eine Freundin mit Bonny oder Saphyra mitkam, lief Buffy mit Begeisterung mit. Bis wir wieder Richtung Heimat gehen wollten. Da hatte ich dann richtig Kämpfe mit ihr auszutragen. Nein, es ist gerade so spannend, sie wollte jetzt noch nicht zurück. Dann ging sie nur noch Rückwärts oder blieb wie angenagelt stehen. Immer wenn ich versucht habe, in die treibende Position hinter die Schulter zu kommen, ging sie Rückwärts. Ich versuchte dann schneller zu sein. Also liefen wir beide sehr schnell Rückwärts, sie immer einen Schritt schneller… Seufz. Übrigens, das Muli einfach mal anbrüllen hat nie, wirklich nie geholfen.
Wenn ich allein loswollte, hatte ich ein anderes Problem. Jetzt wollte sie nicht von der Koppel weg. Manchmal brauchen wir für 100 Meter eine halbe Stunde. Ich weiss heute garnicht mehr, wie ich so verbissen dabei geblieben bin… Vielleicht war es, weil ist immer laut brüllend im Galopp angelaufen kam, wenn sie mich gesehen hat. Sie hat sich immer über mich und die Abwechslung gefreut. Schön wurde es, als ich mit ihr die ersten Ritte allein machen wollte. Sie hatte so lustige Ideen wie einfach mal im flotten Trab quer durch den Wald zu rennen… Zum Glück waren die Äste hoch genug… Schön war auch, als vor lauter „Rucken“ am Zügel dieser gerissen ist… Da kommt man dann schon ins Schwitzen. Aber wir hatten auch „nette“ Ritte und am besten ging sie als Handmuli.

Da wir ja auch wieder ins Winterquartier fahren mussten, habe ich über Sommer weiter das Verladen geübt. Und dabei hatte ich tatsächlich zum ersten Mal Angst, dass Buffy mir etwas antun will. Was ist passiert?
Ich bin mit dem Hänger auf die Koppel gefahren und Buffy bekam immer etwas Futter auf dem Hänger. Also Klappe runter, Muli rauf, Kekse ins Muli, Muli wieder runter… nach ca. 3 Wiederholungen wollte ich sie also wieder zurück zum Stall führen. Das wollte Buffy aber nicht. Das Hängerspiel hat ihr so gut gefallen, dass könnten wir schon noch etwas länger spielen. Also stand sie da mit angelegten Ohren (die waren weg!) und hochgezogener Nüstern und starrte mich an. Wäre sie ein Lama, hätte sie gespuckt. Man, war die mies drauf. So schlurfte sie dann hinter mir her vom Hänger weg. Ich wollte dem Biest nicht den Rücken zudrehen…

Dann hatte ich einen Tageslehrgang bei Dr. Vivien Garbor gebucht, Bonny hat uns begleitet. Eine sehr sympathische Frau. Wir haben Bodenarbeit gemacht. War sehr identisch mit dem, was ich mit Andreas gemacht habe. Also Schulterkontrolle und Hinterhandweichen. Da war Buffy auch das erste Mal in einer Reithalle und in einer Box. Box ging nur mit Bonny zusammen. Bonny sollte erst getrennt stehen, aber da stand Buffy nur auf 2 Beinen. Insgesamt aber war es ein schöner, lehrreicher Tag.

Zum Ende des Sommers hatten wir noch die Chance, zu einer Nachbarin auf den Reitplatz zum Üben zu fahren. Der Reitplatz war an 3 Seiten eingezäunt und eine Seite war offen, dort war dann ein Grasplatz… Na, wo war wohl der Mulimagnet? Natürlich standen wir eigentlich jede Runde auf dem Grasplatz. Ich konnte Rucken und Ziehen wie ich will, das Muli ging dahin, wo sie gern hinwollte. Ich kam mir völlig unfähig vor.
Übrigens, wenn das Muli heute mal eine andere Richtung einschlagen will, ist meine Taktik etwas anders. Wie schon erwähnt, läuft das Muli nicht dahin, wohin der Kopf zeigt. Sie läuft dahin, wohin die Schulter zeigt. Wenn sie also nicht nach Links will und über die rechte Schulter weg läuft, trete ich sie vorn mit dem rechten Fuss gegen die Schulter, mit dem Westernbügel. Und nicht zu zaghaft, sie ist ja auch nicht zimperlich. Die erste Zeit hatte ich dabei auch noch Sporen an, die brauche ich heute nicht mehr. Alternativ kann ich auch die Gerte gegen Schulter/Hals schlagen. Ja, so will ich eigentlich nicht mit meinem Freizeitpartner umgehen. Aber jetzt lenke ich sie im Gelände fast nur ohne Zügel und wenn sie doch mal losspringt, bekomme ich sie nach einigen Metern eingefangen.
So ging also der Sommer vorbei. Für den Winter hatte ich versprochen, dass ich wieder in den alten Offenstall zurück gehe. Ich stand da zu meinem Wort, auch wenn ich es bereut habe. Kein Strom, kein Licht, einsam am ehemaligen Bundeswehrgelände, abends immer allein, Selbstversorger, kein Reitplatz, …. Aber ein toller Auslauf, schönes Gelände, Heu so viel wir wollen. Somit für die Pferde top, für mich eher nicht.
Wie Buffy mir da gezeigt hat, dass sie sehr gut Grenzen setzten kann und sehr Nachtragend ist, erzähle ich beim nächsten Mal.

Lg
Claudia

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BeitragVerfasst am: 13.10.2018, 20:38    Titel:   Antworten mit Zitat

Wir hatten eine tolle Woche Urlaub. Wetter war super und das liebe Maultier hat viel mit mir gemacht.
Und wie es sich für ein Maultier gehört, war sie mal toll und ich wähnte mich schon am Ziel meiner Maultierwünsche um dann wieder eines besseren belehrt zu werden.
Also was haben wir gemacht? Wir hatten tolle Ausritte mit neuen Wegen und einer sehr entspannten Buffy. Für Freitag hatte ich dann einen längeren Ausritt geplant mit neuen Wegen und hatte mich sehr darauf gefreut. Aber am Freitag kam Buffy schon mit ganz angelegten Ohren auf mich zu. Das hat sie schon ganz lange nicht mehr gemacht. Sie hatte wohl schlechte Laune. Als ich dann losgeritten bin, war sie völlig ausser sich. Alles, wirklich alles war schrecklich. Das Rascheln im Gebüsch war ein Wolf, der knackende Ast ein Luchs und der komische Baumstumpf ein Säbelzahntiger kurz vor dem Sprung. Sie schnaufte bei jedem Schritt, beäugte alles sehr kritisch und es machte so überhaupt keinen Spass. Weder Buffy noch mir. Aber ich konnte doch nicht einfach aufgeben und umdrehen…, oder? Dann gewinnt das Biest doch? Ich hatte noch probiert, sie zu führen, aber keine Chance. Was war denn bloß wieder los mit dem Tier? Ein neuer Hochstand vom Jäger hat 10 Minuten gebraucht, bis wir vorbei sind. Aber man muss es positiv sehen, sie ist nicht losgerannt, sie ist nicht quer durch den Wald gelaufen, also schon etwas besser als früher.
Ich habe ihr dann einfach einen schlechten Tag zugestanden. Wenn ich bei Übungen auf dem Platz auch Rücksicht nehme, wenn Sie mal nicht so motiviert ist, muss ich dies auch beim Ausreiten machen. Also haben wir den Weg abgekürzt, sind auf den bekannten Wegen geblieben und ich habe sie noch 10 Minuten auf einer schönen Waldwiese grasen lassen.
Heute haben wir dann auf dem Platz zum ersten mal das Kreismeisterkonzept ausprobiert. Das habe ich uns zum Geburtstag gegönnt. Witzig, man legt mit den kleinen Ufos drei Kreise und hat dann 50 Karten mit Übungen. Da uns ja oft nichts einfällt, was wir auf dem Platz üben können, fand ich das Konzept so ganz passend. Heute haben wir die ersten 3 Übungen gemacht, Vorderhandwendung, Viereck verkleinern und vergrößern und Verschiebungen auf der Kreislinie. Ging ganz gut, besser wäre es noch, wenn von unten Jemand schauen würde, ob wir es auch korrekt ausführen. Aber vielleicht kann ich die nächsten Wochen Gabi mit Ihrem Humpelbein davon überzeugen.

Neues gibt es auch von Greyson. Ich reite ja gern und wenn ich in der Woche Zeit hatte, bin ich mit ihm los. Auf Platzarbeit hatte ich mit ihm keine Lust, da ist er ja wirklich gut. Aber Kondition bekommt er nun mal eher, wenn wir draussen geradeaus laufen. Er geht ganz tapfer mit mir allein raus. Aber leider ist er dann manchmal ein Hasenfuss und wird dann leicht hysterisch. Da ist er dann schlecht händelbar. Aber ihm fehlt wirklich nur die Routine. Wenn er einige hundert Kilometer gelaufen ist, dann erschüttert ihn nichts mehr. Aber er ist wirklich fett und im Galopp ist er sehr unbeweglich. Aber wir arbeiten ja an der Figur.
Vielleicht findet Gabi ja einen regelmäßigen Reiter für ihn, weil ich es nicht schaffen werde, wenn ich arbeiten muss.

Dann hatten wir in der Woche noch einen Termin mit Equiscan. Dort wird der Rücken vom Muli mit einem blauen Gitter ausgemessen und genau angepasst. Dann wird das Gitter mit dem Sattel verglichen. So hatte ich schon den jetzigen Sattel ausgesucht, den wir jetzt ein Jahr haben. Ich dachte es wäre mal eine schöne Idee, dies noch einmal kontrollieren zu lassen. Vor einem Jahr wurden nach dem ersten Ausmessen die Daten dann an die Sattlerei Rieser geschickt und die haben mir Bilder von den passenden Sätteln zugemailt. Ich habe aber nur gebrauchte Sättel angefordert, die können auch einen neuen Sattel nach den Maßen bauen, aber das war mir zu teuer. Von den gebrauchten Sätteln habe ich mir 2 zuschicken lassen und bin sie probegeritten. Den einen Sattel fand ich gut, der wurde dann genau auf Buffy angepasst. Also ein gebrauchter Maßsattel. Und auch jetzt nach einem Jahr passt er noch super. Er rutscht nicht und es drückt auch nichts. Ich kann also so weiter reiten, ein gutes Gefühl.

Morgen wollen wir dann zu Dritt raus und eine längere Strecke mit Pause reiten. Bin mal gespannt…

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BeitragVerfasst am: 13.10.2018, 21:22    Titel: Das Nachtragende Muli...   Antworten mit Zitat

In unserem ersten Winter 2016 auf 2017 konnte ich in der Woche kaum etwas mit Buffy machen. Wir waren ja im Offenstall in Eigenregie. Der Offenstall war ohne Strom und Licht und sehr sehr einsam. Abends war ich immer allein und war zuständig fürs abendliche Füttern. Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber wohl habe ich mich nicht gefühlt. Ich bin oft erst nach Hause gefahren um die Hunde zu holen. Dabei bin ich auf dem Weg schon am Offenstall vorbei. Aber mit den Hunden habe ich mich etwas sicherer gefühlt.
Im Dunkeln reiten? Ja, war da möglich, im ehemaligen Bundeswehrgelände war kein Verkehr, wenigstens kein offizieller. Für Saphyra habe ich es gemacht. Als sie ihre Lunge mehr trainieren sollte, bin ich also mindestens 3 x in der Woche abends allein mit ihr und der Kopflampe durch den Wald, die Hunde dabei. Natürlich nur flotter Schritt. Angst hatte ich eigentlich nicht, bis ich mal den pöbelnden Mann mit Tarnanzug im Wald getroffen habe. Der hätte mich fast vom Pferd geholt, war wirklich gefährlich. Danach war das Reiten noch unschöner.

Buffy war immer nur am Wochenende dran. Wir haben immer kleine Ausritte gemacht und ich habe versucht, weiter bei Andreas Unterricht zu bekommen. Aber oft war es einfach zu nass, den Winter hat es viel geregnet.

Zum Ende vom Winter ging es mit Buffy schon recht gut im Gelände und ich fand es eine wunderbare Idee, mal mit Andre auszureiten. Andre wohnte in der Nähe und hatte einen sportlichen Norweger und keiner kannte sich besser im Wald aus als Andre. Also sind wir zusammen ausgeritten. Geplant war eine gute Stunde, es sind fast 2 geworden. Buffy lief zum Schluss immer schneller und ich war schon ganz glücklich, wieviel Kondition das Maultier hat. Andre bog nach Hause ab und Buffy lief das letzte Stück allein. Sie war so schnell, dass ich lieber abgestiegen bin. Ich hatte Angst, dass ich sie nicht halten kann. Sie war wirklich sehr nach vorne orientiert. Ich also ganz glücklich, wie toll unser Ausritt war. Nächstes Wochenende wollte ich wieder mit Andre ausreiten. Was machte das Muli? Sie sah Andre und seinen Mehmet und ging keinen Meter von der Koppel. Ich habe es nicht verstanden. Warum wollte sie nicht mitkommen? Und sie war unglaublich hartnäckig. Für eine Strecke von 3 Minuten an der Koppel runter haben wir locker 30 Minuten gebraucht. Sie wollte wirklich und überhaupt nicht. Und ich dachte, dass ich das so nicht stehen lassen kann. Also habe ich sie die Strecke geführt, geschimpft, gezogen und geschoben und mich dazwischen mal raufgesetzt. Aber es war wirklich eine einzige Kämpferei. Andre war zauberhaft, er hat ganz entspannt gewartet und Mehmet durfte grasen. Der fand es bestimmt toll.
Nach dem Spaziergang war ich Schweissgebadet und echt frustriert. Dabei hatte ich selber die Schuld an Buffys Verhalten. Was war passiert? Der Ausritt die Woche vorher war viel zu lang für Buffy. Sie wird Schmerzen gehabt haben, im Rücken, an den Muskeln, … Deshalb wurde sie auch immer schneller, sie wollte es beenden. Andre sagt immer nach Müde kommt doof. Er ist Kindergärtner, aber es trifft wohl auch auf Mulis zu.
Als dann eine Woche später wieder der Andre mit dem Mehmed uns abholen wollte, hat sie sich sehr logisch verhalten. Dies wollte sie auf keinen Fall noch einmal erleben. Also hat sie sich einfach geweigert, weiter mitzugehen. Ich habe es also richtig versemmelt und sie war da sehr nachtragend. Und ich konnte sie verstehen. Mit viel Mühe und Keksen und dem festen Versprechen, nie mehr von ihr zu verlangen, als sie geben kann, konnte ich Vergebung erreichen. Aber vergessen wird das Muli den Ausritt nie. Auch heute noch achte ich darauf, sie nicht zu überfordern und wen wir länger ausreiten, steige ich immer mal ab und gehe zu Fuss.
Und ich bin mir sicher, dass man ein Muli nicht „todreiten“ kann, wie es bei sehr leistungsbereiten Pferden schon machen könnte. Also Buffy auf jeden Fall nicht.

Dann mal eine Zauberhafte Woche

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BeitragVerfasst am: 19.10.2018, 11:50    Titel: Dramatik pur...   Antworten mit Zitat

Was macht Ihr, wenn Ihr im Büro einen Anruf vom Stallbesitzer bekommt: "Buffy kann ein Bein überhaupt nicht aufsetzen, hat große Schmerzen und ist total nassgeschwitzt,.... Zu sehen ist nichts, kein Blut. Was soll ich tun?"

Was würdet Ihr tun?

Was ich gern getan hätte ist, alles stehen und liegen lassen und sofort los zum kranken Tier. Aber ich hatte einen Vortrag zu halten. Da haben sich viele Leute drauf verlassen und ich habe keine Vertretung. Ich konnte einfach nicht weg.
Also war meine Antwort: Hol sie rein und ruf den Tierarzt!
Als ich vor meinem Vortrag noch einmal angerufen habe, ca. 1 Stunde später, war die wenig beruhigende Aussage: In der Box wollte sie nicht stehen, die hat sie aufgedrückt. Jetzt läuft sie auf dem Reitplatz rum. Meine Idee dazu war, Buffy in die Box von Greyson und Saphyra in die Box daneben. Dann sollte sie eigentlich ruhig stehen.
Den Vortrag habe ich ganz gut hinbekommen, wieder 15 Arbeitgeber die nun über die Änderungen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes Bescheid wissen.
Nach dem Vortrag habe ich wieder angerufen: Ja, Tierarzt ist gerade weg. Es ist das Fesselgelenk, es ist nichts zu sehen, sie hat starke Schmerzen, sie schwitzt immer noch, sie kann nicht auftreten, nicht mal ein bisschen... Die Tierärztin hätte gern geröntgt. Aber Sie hatte das Gerät nicht mit. Es würde morgen früh nochmal jemand kommen. Es kann alles sein, sieht aber nicht gut aus... Buffy hat eine Schmerzspritze bekommen, das war es. Zusätzlich sollte noch eine Salbe auf das Bein.
Nun konnte ich endlich nach Hause. Auf dem Weg habe ich noch eine SMS von Merle bekommen, dass Buffy sich nicht das Bein eincremen lassen will....
Als ich dann kurz vor 20 Uhr bei ihr war, war sie wirklich ein Bild des Leidens. Das Fesselgelenk wurde nun langsam dick, sie war immer noch ganz nass und deutlich unglücklich. Und es war wirklich nichts zu sehen, kein Tritt, keine Abschürfung, überhaupt nichts.
Es gab dann von mir viele Kekse, ich durfte das Bein auch einreiben und habe ihr noch die Kissen aufgeschüttelt. Mehr konnte ich den Abend nicht machen.

Die Nacht war fürchterlich. Was ist, wenn das Bein gebrochen ist? Was mache ich dann? Wie sieht es aus, wenn die Sehne ab ist, oder ein Kapselriss, wenn sie nicht mehr ohne Schmerzen laufen kann? An Reiten will ich überhaupt nicht denken, für Buffy würde ich darauf verzichten...
Ich hatte richtig Angst, ganz schreckliche Angst. Verdammt, ich habe dieses Langohr so lieb, ich weiss nicht, ob ich das könnte. Wobei natürlich immer die Vernunft siegen soll und immer im Sinne des Tieres entschieden werden sollte. Wenn ein Lauftier nicht ohne Schmerzen laufen kann, das weiss ich, was zu tun ist. Aber doch nicht bei Buffy, sie ist erst 7 Jahre alt? Warum nicht eines von den vielen Alten Pferden... So ging es die ganze Nacht.
Am nächsten Morgen habe ich die OP-Kosten Versicherung von Buffy rausgesucht. Genau für diese Fälle habe ich sie abgeschlossen. Wenn da etwas Operiert werden muss, dann sind wenigstens die Kosten nicht wichtig. Und da kommen schnell mal 10.000 € zusammen.
Dann habe ich das Auto getankt, damit ich gleich in die Klinik fahren kann, wenn man noch etwas machen kann.
Auf der Fahrt in den Stall wurde mir ganz anders. Wie sieht sie aus? Geht es ihr besser oder schlechter? Wie hat sie die Nacht überstanden? Und auch: Bekommt Saphyra noch Luft? Als Stauballergiker auf Stroh ist keine gute Idee. Kaufe ich mir im Schlimmsten Fall ein neues Muli? Wo können wir sie einschläfern? Kann ich dabei sein?Es rotierte in meinem Kopf...

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BeitragVerfasst am: 20.10.2018, 07:35    Titel:   Antworten mit Zitat

Als ich am Stall ankam, schaute mir das Langohr fröhlich aus der Box entgegen und brummelte sofort los. Ach, mein Häschen...
Ich sofort an die Tür, oben Keks rein und der Blick gleich nach unten. Was macht das Bein? Nun ist es schön dick geworden, aber sie kann drauf stehen... Juhuuu, sie belastet das Bein. In der Box war ein Weg gelaufen vom Fenster zur Tür. Und auch jetzt wieder geht sie zum Fenster, schaut nach den Kollegen raus und dann zur Tür, ob da Jemand kommt.
Und sie lief auf allen 4 Beinen. Zwar hat sie versucht, das Bein etwas zu entlasten, aber sie lief. Mir fielen Felsbrocken vom Herzen. Gebrochen kann da nichts sein, wenn es jetzt so viel besser geht. Ach, ich war so erleichtert. Jetzt musste ich noch auf den Tierarzt warten. Aber das Herz war leicht.
Das Muli hingegen war sehr missgelaunt. Sie wollte raus zu ihren Freunden und machte sehr deutlich, wie doof sie es in der Box fand.
Als die Tierärztin dann kam, hatte ich schon den Offenstall etwas geharkt. Da waren ganz viel Eicheln auf dem Boden, die Buffy ganz fleissig aufsammelte.
Die Tierärztin hat dann erst das Bein abgetastet. Im Schritt war das Lahmen kaum zu sehen. Beim Abtasten konnte sie nichts finden. Kein Punkt, der Schmerzhaft war. Alle Gelenke waren Beweglich. Sie hat dann noch 3 Röntgenbilder gemacht, insbesondere das Griffelbein hatte sie im Verdacht. Aber da war nichts.
Bänder und Sehnen können nur im Ultraschall gesehen werden, dafür war das Bein zu angeschwollen. Also bekam Buffy einen Verband mit einem Gel darunter. Der soll bis Sonntag drauf bleiben. Dann darf sie mit Saphyra im Offenstall stehen, wenn wir den Auslauf verkleinern. Also haben wir einen Zaun gezogen. Dort habe ich die beiden Mädels abgestellt. Dann musste ich wieder nach Hause. Es stand wieder ein Vortrag an und auch sonst ist zur Zeit viel zu tun. Freinehmen, auch wenn ich wirklich müde war, ist zur Zeit nicht möglich. Aber die gute Nachricht hat mich auf jeden Fall aufgebaut.
Abends rief Merle dann an, warum Buffy denn auf der anderen Seite vom Zaun ohne Wasser steht. Ob das so sein soll... Ähhh, nein, so ist es nicht richtig. Merle hat also den Zaun wieder neu gemacht und Buffy wieder zu Saphyra gebracht.
Gestern bin ich dann gleich morgens hin. Der Zaun lag auf der Erde und Buffy sammelte fleissig Eicheln. Und sie lief im Schritt ganz normal.
Ich habe die beiden Mädels mit auf den Reitplatz genommen. Schritt lief Buffy ganz normal, Trab war noch ein Ticken zu sehen.
Ich habe sie dann wieder auf die Koppel gestellt, weil sie im Auslauf beim Offenstall immer im Kreis lief. Das kann dann auch nicht richtig sein.
So, ich fahre jetzt gleich wieder hin. Bin gespannt, wie es meiner Mulimaus geht.

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BeitragVerfasst am: 23.10.2018, 10:45    Titel: Wie geht es nun weiter....   Antworten mit Zitat

Am Sonntag Vormittag durfte ich nun Buffy den Verband abnehmen... Bein war dünn, aber oben auf dem Fesselgelenk war eine Beule. Die wurde auch größer. als der Verband ab war. Ich erstmal mit Wasser gekühlt und Salbe drauf. Sie war ja wieder in der Herde, weil jedes separat Halten bei ihr auf massiven Wiederstand gestoßen ist. Sie steht dann so unruhig, dass sie meiner Meinung nach in der Herde besser aufgehoben ist.
Dann habe ich einen netten Ausritt mit Greyson gemacht, der erst in 1-2 Wochen in die Pflegestelle ausziehen wird. Er reitet sich wirklich schön, aber die winzigen Ohren stören mich...
Danach habe ich mit Merle noch den Auslauf abgeharkt, weil dort eimerweise Eicheln lagen. Und weil Merle nicht reiten wollte, hat sie allein weiter geharkt und ich bin mit Saphyra und den Hunden in den Wald. War wie immer toll, auf Saphyra kann man einfach nur abschalten.

Als wir wiederkamen stand Buffy brüllend am Zaun. Gerrit sagte nur: "Das Maultier dreht absolut durch."
WArum? Sie ist kurz vorher zusammen mit einem der ältesten und klapperigsten Pferden losgerast (warum der Alte mitmusste weiss nur Buffy) und ist bis ganz zum Ende der Sommerkoppel gelaufen, mit Abhang und allem. Dann im maximalen Tempo zurück und noch einige Runden um die Herde gedreht. Es sind große Koppeln, sie ist bestimmt über 1 km gelaufen... mit ihrem Bein. Sie stand auch pumpend und schwitzend am Zaun und wollte nun Aufmerksamkeit. Seufz. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, sie sollte sich doch schonen. Da sie überhaupt nicht mehr lahmt, habe ich den Termin mit der Tierärztin für Montag abgesagt. Aber das Horn auf dem Fesselgelenk ist schon sehr groß... Ich werde Merle mal bitten, ein hübsches Foto zu machen. Die Beule ist hart und nicht schmerzempfindlich. Da ich doch wissen will, was es ist, werde ich um einen Tierarzt nicht rumkommen. Aber dann will ich gern dabei sein.

Auch sonst lässt die ganze Aktion mich ziemlich ratlos zurück. Von Mittwoch "das Bein ist gebrochen und das Muli will sterben" zu ihrem Rennen am Sonntag ist wirklich ein Unterschied. Ich habe nun schon 40 Jahre Pferde, so etwas hatte ich noch nie.
Ich muss noch etwas darüber nachdenken, wie ich damit umgehen soll.

Zauberhafte Woche noch...

LG
Claudia

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BeitragVerfasst am: 24.10.2018, 07:54    Titel: Bilder vom Bein   Antworten mit Zitat

So, nun habe ich es geschafft, Bilder von dem Bein zu machen.
Es ist einfach eine Beule auf dem Fesselgelenk, sie ist hart, nicht druckempfindlich und vielleicht etwas warm... da bin ich mir aber nicht sicher. Lahmen tut sie nicht mehr und ist ganz fröhlich. Hat jemand von Euch so etwas schon gehabt?
Ich werde jetzt doch den Tierarzt rufen, nicht das wir etwas verschleppen und ich mir später sage: Hättest Du man bloss….
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BeitragVerfasst am: 24.10.2018, 07:55    Titel:   Antworten mit Zitat

und von vorne ist nichts zu sehen. Der Buckel geht nur nach oben und nicht zur Seite...
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