Maultierfreunde Maultierfreunde.de
DER Treff fŘr Freunde des Maultiers
Wettbewerb "Foto des Monats"
Wettbewerb Foto des Monats Abstimmung
   Ergebnis Vormonat
  AnleitungAnleitung    Registrieren, um das Forum in vollem Umfang zu nutzenRegistrieren, um das Forum in vollem Umfang zu nutzen 
  Einloggen, um private Nachrichten zu lesen    LoginLogin 
  KarteLandkarte    StatistikStatistik  

PNH, die 7 Spiele   

 
Neues Thema er÷ffnen   Neue Antwort erstellen    Maultierfreunde-Forum - ▄bersicht -> Sonstige Nutzung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nńchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Caprivi
Administrator


Alter: 64

Anmeldungsdatum: 11.10.2004
Beitrńge: 2171
Wohnort: Fockbek in Schleswig-Holstein
Entfernung: 0 km
Offline

BeitragVerfasst am: 07.02.2005, 23:11    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich wurde gebeten die 7 Spiele zu erl├Ąutern.
Dazu habe ich die Beschreibung auf der HP von Silvia Mathoi genommen.
http://www.silvia-mathoi.de/programm.html
dort gibt es auch mehr Informationen und Hintergr├╝nde.

Die 7 Spiele
Sie stehen am Anfang des Trainings mit Pferden und dienen in erster Linie den Menschen in der Kommunikation mit seinem Pferd/Maulesel zu trainieren. Die Spiele sind dem Verhalten der Pferde in der Herde abgeguckt. Sie sind keine Erfindung von Parelli. Andere Horseman nutze sie in ├Ąhnlicher Form, nur er hat sie gemeinsam mit seiner Frau in ein Ausbildungssystem zusammen gefasst, das einem eine systematische, sehr ausf├╝hrliche Anleitung gibt.

Nr. 1 Das Freundlichkeitsspiel (Friendly Game)

Zuerst geht es darum, deinem Pferd zuzeign, da├č du ihm nicht wehtun wirst, obwohl du es k├Ânntest. Statt es einfach nur zu streicheln und ruhig mit ihm umzugehen, wirst du es mit Situationen konfrontieren, die es ├Ąngstigen ind ihm hierbei beweisen, da├č ihm nichts passiert. Man reibt es mit irgendwelchen Dingen am ganzen K├Ârper, schlingt Seile um seine Beine, wirft sie ├╝ber seinen R├╝cken und seinen Kopf, h├╝pft rund um das Pferd ... der Trick ist, alles mit Rhythmus zu tun, bis das Pferd sicher ist, dass es nichts f├╝rchten mu├č und von allein ruhig stehenbleibt.
Manche Pferde - auch solche, die schon seit Jahren unter dem Sattel sind - hatten niemals eine Chance, ihren Sattel wirklich kennenzulernen. Doch du kannst auch mit deinem Sattel das Friendly Game spielen, ihn ├╝berwerfen, reiten, usw., bis das Pferd sich damit sicher f├╝hlt.
Zwei Dinge sind dabei wichtig:
das eine ist, dem Pferd zu erlauben, da├č es ein paar Schritte macht (wobei es dir jedoch den Kopf zugewandt lassen sollte und das Seil durchh├Ąngt);
das andere ist, Rhythmus beizubehalten. Das gibt dem Pferd Sicherheit, denn es wei├č, welche Bewegung als n├Ąchste kommt, sich wiederholen wird.
Dieses Spiel spielst du auch immer wieder zwischen allen anderen Spielen, um das Pferd zu beruhigen und die Balance zwischen Dominanz und Freundlichkeit zu bewahren.

Nr. 2 Das Stachelschweinspiel (Porcupine Game)
st├Ąndiger Druck

Pferden ist eine Reaktionsweise angeboten, die wir den "Opposition Reflex" nennen. Er tritt zutage, wenn sie gefangen sind, es ist ein Instinkt, der sie gegen den Druck anrennen l├Ą├čt, und sie tun dies gegen das Halfter, gegen das Gebi├čst├╝ck, gegen den Schenkel ... dies ist auch der Grund, warum sie zur├╝ckziehen und in Schwierigkeiten geraten, wenn sie in engen R├Ąumen sind, z. B. Pferdeanh├Ąngern - Platzangst geh├Ârt zu ihren ├ťberlebensstrategien.
Das Porcupine Game lehrt das Pferd, dem Druck zu weichen. Die meisten Menschen setzen zwar schon ein Piksen ein, doch wir empfehlen stetigen Druck, so da├č das Pferd lernt, diesem stetigen Druck durch eine eigene Bewegung zu entgehen.
Bedenke, da├č Pferde in diesen Spielen sehr gut sind, tats├Ąchlich haben sie den schwarzen G├╝rtel! Und sie testen aus, wer von euch beiden als erster weichen wird. Stelle sicher, da├č du so verl├Ą├člich bist wie ein Zaunpfahl (was bedeutet, da├č der Druck wirklich weg ist, sowie es sich bewegt, und ihm nicht etwa folgt). M├Âglicherweise brauchst du etwas wie einen Sporn in deiner Hand, wenn das Pferd wirklich derbe gegendr├╝ckt. Doch du wirst dich wundern, wie leicht dein Pferd pl├Âtzlich ist, sowie es dieses Prinzip begriffen hat.
Denke daran, weich zu beginnen und den Druck langsam aber stetig zu steigern, bis den Pferd nachgibt. Sowie es weicht, reibe die Stelle, die du zuvor gedr├╝ckt hast, das ist es, was dein Pferd weich macht.
Kannst du dein Pferd vorw├Ąrts, r├╝ckw├Ąrts, seitw├Ąrts nach rechts und links, Vorderteil, Hinterteil, Kopf rauf und runter bewegen, nur mit dem simplen Druck deiner Finger halten (nicht weit weg rennen) und aufh├Âren, wenn du vom Dr├╝cken zum Streicheln wechselst.

Nr. 3 Das Weichen auf ein Zeichen (Driving Game)
rythmischer Druck

Miteinander spielen Pferde das Driving Game, den lieben langen Tag lang. Sie treiben mit einem Blick, der Bewegung ihrer Ohren, einem Wirbeln des Schweifes oder dem Anheben eines Hinterbeines. Das K├Ârpersprache, mit der sie ausdr├╝cken: "Wenn du dich nicht bewegst, l├Ąufst du gegen meine Z├Ąhne oder meine Hufe".
Dieses Spiel kommt nach dem Porcupine Game, weil das Pferd zuvor lernt, dem physischen Druck zu weichen, bevor du erwarten kannst, da├č es auch mentalem Druck weicht. In dieser Sprache machst du Vorschl├Ąge und Versprechen. Wenn das Pferd deinen Vorschl├Ągen nicht folgt, versprichst du ihm die Konsequenz - da├č es gegen deinen physischen Druck l├Ąuft, also gegen das schwingende Seil, den erhobenen Stecken oder die ausgestreckte Hand. Du versuchst nicht etwa, das Pferd zu schlagen. Doch wenn es sich nicht bewegt, ger├Ąt es gegen diesen Druck. Diesen Unterschied sp├╝ren Pferde sehr wohl! Wenn du ein Pferd mit Absicht schl├Ągst, gibt es dir die Schuld und schl├Ągt m├Âglicherweise zur├╝ck. Das Schlimmste ist, da├č es die Form von Strafe nicht begreifen kann. Wenn du aber vorschl├Ągst, da├č das Pferd sich bewegt, und das Pferd tut es nicht und ger├Ąt dadurch wie versprochen gegen physischen Druck, begreift es durchaus, da├č es aus dem Weg gehen sollte ... es war seine Aufgabe, dem Druck zu entkommen! Es wird dir nicht die Schuld geben und wird sich beim zweiten Mal (oder beim dritten) bewegen.
Das Schlimmste was du deinem Pferd antun kannst, ist es anzul├╝gen - indem du versprichst, der physische Druck w├╝rde als n├Ąchstes folgen, und dann l├Ą├čt du ihn nie folgen!
Das Pferd wei├č von dem Tage an, da├č du nicht h├Ąlst was du versprichst, und wird es dir mit mangelndem Vertrauen und mangelndem Respekt antworten. Es wei├č, da├č es einen Anf├╝hrer braucht, der h├Ąlt, was er verspricht, der nicht l├╝gt und der gerecht ist, gerade so, wie ein vierbeiniger Anf├╝hrer der Herde w├Ąre.
Nun schau, ob du dein Pferd r├╝ckw├Ąrts schicken kannst, indem du nur mit deinen Fingern winkst (als wolltest du es mit Wasser na├čspritzen); bewege sein Vorderteil, indem du auf sein Auge zeigst; bewege sein Hinterteil weg, so da├č es dich anschaut (indem du dein Seil Richtung Hinterteil schwingst - und schau auf Sicherheitsabstand - und es vielleicht damit erreichst). Wenn es dich anschaut streichle und reibe es auf der Stirn und la├č es sp├╝ren, da├č dieses richtig und gut war. Dann wiederhole dies Spiel. Ihr werdet erreichen, da├č es sich mit dem Kopf zu dir dreht, sowie du die Zone 4 scharf anguckst.

Nr. 4 Das Wegschicken und Herholen (JoJo Game)

Jetzt kommen wir dahin, da├č du dein Pferd r├╝ckw├Ąrts schickst und vorw├Ąrts, in geraden Linien (anfangs vielleicht nicht absolut gerade, doch du wirst es erreichen).
Du wirst schon festgestellt haben, da├č manche Pferde sehr gerne herkommen, aber so tun, als k├Ânnten sie nie besser r├╝ckw├Ąrts gehen als fliegen. Andere rennen r├╝ckw├Ąrts, aber kommen nicht vorw├Ąrts auf dich zu. Das ist ein Yo. Das Yo-Yo-Game bingt das Gleichgewicht hinein.
Wedele mit deinem 3,7-m-Seil, damit dein Pferd r├╝ckw├Ąrts geht. Beginne weich, dann steigere das Wedeln ├╝ber Finger, Handgelenk, Ellenbogen und Schulter, bis das Halfter gesch├╝ttelt wird und es sich ziemlich unangenehm anf├╝hlt. Wenn dein Pferd bei den Versuchen, diesem Gef├╝hl zu entkommen, einen Schritt r├╝ckw├Ąrts macht, h├Âre sofort mit jedem Wedeln auf und la├č es sp├╝ren, da├č dies gut und richtig war. Beginne wieder genauso weich und steigere es, bis es ein Schrittchen macht, dann stoppe. Wiederhole es, bis das Pferd verstanden hat. Frage schlie├člich nach einem ganzen Schritt oder zweien, sp├Ąte nach zwei Schritten oder mehr, bis du es schlie├člich r├╝ckw├Ąrts schicken kannst bis ganz zum Ende des Seiles.
Nun lade es ein, wieder zu dir zu kommen. Hole das Sein ein, rhythmisch, Hand ├╝ber Hand, stufenweise fest zufassend, so da├č das Seil weniger durchrutscht, bis das Pferd schlie├člich einen Schritt vorw├Ąrts macht. Sowie es das tut, mach deine H├Ąnde auf und hole wieder mit offenen H├Ąnden ein, rhythmisch. Wenn es schlie├člich den ganzen Weg zu dir gkommen ist, h├Âre auf und streichele es. Schicke es schlie├člich wieder r├╝ckw├Ąrts hinaus, hole es vorw├Ąrts wieder usw., bis es ganz leicht geht.

Nr. 5 Das Zirkeln (Circling Game)

Viele Menschen meinen, das Circle Game w├Ąre Longieren, doch das Circle Game ist viel mehr! Es ist ebenso sehr mentale ├ťbung wie physische ├ťbung.
Das Pferd lernt dabei, da├č es sein Job ist, die Gangart beizubehalten, bis man ihm etwas anderes sagt. Beim Longieren dagegen l├Ąuft das Pferd gew├Âhnlich au├čen auf der Kreislinie endlose Runden, w├Ąhrend die Peitsche fortw├Ąhrend auf den Boden schl├Ągt, um es in Bewegung zu halten. Der K├Ârper wird trainiert, w├Ąhrend die Gedanken sonstwo sind.
Das Circle Game lehrt das Pferd, loszumarschieren mit Schwung und rundum zu laufen im Schritt, Trab oder Galopp, w├Ąhrend du dich gem├╝tlich auf deinen Stecken st├╝tzt.
Das Geheimnis besteht darin, das Pferd v├Âllig in Ruhe zu lassen, solange es tut, was wir von ihm m├Âchten. Wenn es von sich aus etwas ├Ąndert, unternehmen wir etwas. Jedesmal, wenn es anh├Ąlt oder die Gangart wechselt, hole es zu dir herein und schicke es von neuem los. Schnell kommt es dahinter, da├č es die bequemere L├Âsung ist, drau├čen auf der Zirkellinie zu bleiben. Denke dabei an ein Minimum von 2 Zirkelrunden, ein Maximum von 4 Runden. Wenn es ohne Stocken 2 Runden laufen kann, beweist es dir Respekt und folgt seiner Aufgabe. Sp├Ątestens nach 4 Runden wird die Sache langweilig.
Wenn du auf dem Wege bist, dein Pferd mental, emotional und physisch fit zu machen, sind 32 Runden nicht die Methode der Wahl. Wenn du mehr unternehmen m├Âchtest als nur 4 Runden, dann la├č dir etwas einfallen ... suche Hindernisse und Spielsachen, unebenes Gel├Ąnde, mache das Seil mal lang, mal kurz usw. Du wirst tolle Ergebnisse bekommen und deine Kommunikation von Mensch zu Pferd verbessern.
Vergi├č nicht, all diese Spiele aus der Sicht des Pferdes zu betrachten.

Nr. 6 Das Seitw├Ąrts (Sideways Game)

Je besser dein Pferd r├╝ckw├Ąrts und seitw├Ąrts geht, desto besser wird es auch alle anderen Dinge tun!

Pr├╝fe dies! Wie gut geht es seitw├Ąrts? Wenn du dies nie zuvor getan hast, schicke zuerst seinen Kopf zur Seite, dann das Hinterteil, dann wieder den Kopf, dann das Hinterteil, bis es schlie├člich eine gleichm├Ą├čige Bewegung wird und das ganze Pferd seitw├Ąrts geht. Benutze einen Zaun als Hilfe, damit das Pferd nicht vorw├Ąrts gehen kann, und das 3,7-m-Seil ist ideal f├╝r den Anfang. Du kannst das Schwanzende schwingen, um das Hinterteil zu bewegen, oder den Stecken nehmen f├╝r deinen Sicherheitsabstand.
Vergewissere dich zwischendurch, da├č du durch ausreichend langes Seil erm├Âglichst, da├č es sich von dir weg bewegt, ohne immer wieder am Seilende anzusto├čen. Wenn der Kopf zu weit voraus ist, mu├č vielleicht das Hinterteil schneller folgen! Wedele mit dem Mittelteil des Seiles oder schwinge den Stecken. Oftmals mu├č man nicht gleich bei├čen. Doch wenn du Bei├čen versprochen hast, dann bei├č.
Es wird nicht lange dauern, bis dein Pferd verstanden hat, und es sich willig am Zaun entlang seitw├Ąrts bewegt. Achte darauf, da├č du rechts und links gleicherma├čen gut trainierst. Pferde haben oft eine "gute" und eine "schlechte" Seite.

Nr. 7 Das Engpa├čspiel (Squeeze Game)

Weil Pferde nun einmal von Natur aus Platzangst habe[B]n, hassen sie enge oder geschlossene R├Ąume. Das Squeeze Game hilft Pferden, in dieser Hinsicht gelassener und mutiger zu werden.

Stelle dich nahe einer Wand auf, vielleicht etwa 4 m von ihr entfernt, und fordere dein Pferd auf, durch diesen Zwischenraum hindurchzugehen. F├╝r manche Pferde mag schon dieses zu eng sein! Sei darauf vorbereitet, einem solchen Pferd vielleicht auch 6 m als Engpa├č anzubieten! Finde heraus, mit welcher Weite du beginnen kannst, und reduziere den Durchla├č schrittchenweise, w├Ąhrend dein Pferd mehr und mehr Vertrauen zu dieser Aufgabe fa├čt. Schlie├člich endet ihr bei ca. 90 cm Weite, was etwa der Breite im Pferdeanh├Ąnger entspricht.
Achte darauf, da├č es am Ende des Engpasses immer angenehm ist f├╝r dein Pferd, also achte darauf, da├č du das Seil lang genug l├Ą├čt, damit es laufen kann. Dann wende dein Pferd und la├č es in der anderen Richtung durch den Engpa├č gehen. Schlie├člich wirst du entscheiden k├Ânnen, ob es im Schritt, im Trab oder im Galopp hindurchl├Ąuft.


[Editiert durch Caprivi ein Dienstag, Februar 8, 2005 @ 20:52]



[Editiert durch Caprivi ein Dienstag, Februar 8, 2005 @ 20:53]



[Editiert durch Caprivi ein Dienstag, April 5, 2005 @ 21:42]
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrńge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema er÷ffnen   Neue Antwort erstellen    Maultierfreunde-Forum - ▄bersicht -> Sonstige Nutzung Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1
Gehe zu:  
Du kannst keine Beitrńge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beitrńge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beitrńge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beitrńge in diesem Forum nicht l÷schen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen

Maultierfreunde.de Partner:  Noteselhilfe |  IG Esel- und Mulifreunde Deutschland |  Interessengemeinschaft fŘr das Maultier Schweiz |  Eselwelt-Forum |  Freundeskreis Mulihilfe

Impressum