Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen |
Autor |
Nachricht |
Melone Neuer Benutzer
Anmeldungsdatum: 08.10.2013 Beitrge: 2
|
Verfasst am: 11.10.2013, 18:17 Titel: |
|
|
Seit einem Jahr haben wir den Max und der ist so zweieinhalb Jahre alt. Es ist ja interessant dass es eine Möglichkeit gibt, wo man sich austauschen kann, denn Maultiere werden recht selten gehalten und ich bin dankbar für Tips im Umgang mit ihnen. Das Verhalten unterscheidet sich deutlich von Pferden. Eigentlich ist er mehr Esel und sieht auch aus wie einer. Ich bin keine erfahrene Pferdefrau, jedenfalls keine Ausgebildete. Aber zur Familie gehören schon länger ein oder zwei Pferde, auf denen wir ritten oder vor einen Wagen spannten, um Gras zu holen. Davor hatten wir einen Esel, mit dem wir lange Spaziergänge, auch ohne Leine machten. Unserer Haflinger Mischling mußte 34 jährig schweren Herzens eingeschläfert werden. Die Zähne waren derart abgenutzt, daß er Futter nicht mehr richtig verwerten konnte (auch keine Cobs). Unser zwanzigjähriges Pony hatte nun keine Pferdegesellschaft mehr. Und da wir Esel sehr mögen, stellten wir ihm schließlich ein Maultierchen zur Seite. Jetzt kam „Leben in die Bude“. Der damalige Besitzer hatte sich von ihm getrennt, weil er seinen Schafen die Wolle ausriß. Was diese Aussage bedeutete mußten wir bald erfahren. Nachdem die Rangfolge geklärt war – jedenfalls beim Fressen – begann das ehemals schüchterne Eselchen sich ebenfalls an der damals noch üppig wallenden Pony Mähne herzumachen und hier und da zu kneifen. Bis jetzt ist das sein liebster Zeitvertreib, nur daß jetzt noch Bespringen, Kneifen und Zwicken dazugekommen ist. Ich habe für dieses Verhalten keine Erklärung. Erstaunlicherweise toleriert das sonst recht beißfreudige Pony dieses Verhalten. Jedenfalls setzt es selten Hiebe. Vermutlich ist es Langeweile oder Übermut. Ich setze dem Treiben dann ein Ende und lade das Eselchen zu einem Spaziergang ein. Wir dehnen allmählich die Touren aus und lernen immer wieder Neues kennen. Gefährlich wird es allerdings, wenn Hunde unangeleint! und kläffend herbeieilen oder wenn plötzlich Rasentraktoren angeworfen werden. Dann habe ich Mühe den Muli zu halten. Im Unterschied zum Pferd will er nicht wegrennen, sondern angreifen. Auch nah vorbeifahrende Autos werden attackiert. Bei einem rücksichtslos vorbei scheppernden Traktor wollte er einmal sogar auskeilen. Hunde hat er auch schon gebissen. Es waren solche, die auf die Koppel gerannt kamen, um ein bißchen zu jagen. Zum Leidwesen der Halter wurden aber sie selbst zu Gejagten. Um das Risiko von Gefahr zu minimieren, denn rund 200 kg ungebremste Körpermasse bei 1.10 m Widerrist sind nur mit Leine und Halfter nicht zu halten, schlinge ich jetzt die Führleine noch mal locker um das Halfter. Derart gewappnet haben wir schon schöne und entspannte Spaziergänge unternommen. Zurück kam ein freudig trompetendes und ausgeglichenes Eselchen, das von seinem Pferd schon auf das sehnlichste erwartet wurde. Jetzt möchte ich weiter üben und mit Fahrrad größere Strecken mit ihm zurücklegen. Auf dem Platz wollen wir nicht mehr üben. Da habe ich auch schon auf Anraten allerlei probiert: Wegschicken, Longe, Kreislaufen, mit der Knistertüte treiben. Uns gefällt das nicht. Es ist langweilig. Er läßt sich auch so alles Mögliche gefallen und warum soll ich ein anhängliches Wesen wegschicken? Leider ist er total unterfordert.
|
|
Nach oben |
|
|
Caprivi Administrator
Alter: 65
Anmeldungsdatum: 11.10.2004 Beitrge: 2171
Wohnort: Fockbek in Schleswig-Holstein Entfernung: 0 km
|
Verfasst am: 11.10.2013, 19:54 Titel: |
|
|
Hallo,
schön, dass Du Melone ausführlicher vorgestellt hast.
Mit 2,5 Jahren ist er ja noch ein echtes Kind und er wird noch so manchen Test für Dich bereit haben.
Wie Du ihn beschreibst, scheint er dringend eine Aufgabe brauchen. Es muss Dir aber klar sein, dass das kein Gelegenheitsjob ist.
Die Idee mit dem Fahrrad hat Grenzen, die Straßenverkehrsordnung.
Mit dem von Dir beschriebenen Tier solltst Du es Dir gut überlegen, denn Du wirst keinen Versicherungsschutz haben, sollte etwas passieren.
Für die Hundehalter, die ihren Tieren einen Jagdausflug auf Eure Weide erlauben habe ich kein Mitleid. Allerdings solltest Du durch Schilder eindeutig auf ein Gefahr für Tier und Mensch bei unbefugtem Betreten hinweisen.
Zu Beginn Deiner Vorstellung kam bei mir die Frage auf, ob er überhaupt kastriert ist.
Es wäre schön, wenn Du ein Tagebuch schreiben würdest. Da kannst Du immer wieder nachlesen, wie es Euch im Laufe der Zeit gegangen ist, und Diskussionen finden in einem zweiten Bereich statt.
Gruß
Holger
|
|
Nach oben |
|
|
carol_kaye1 Erfahrener Benutzer
Alter: 43
Anmeldungsdatum: 01.01.2010 Beitrge: 751
Wohnort: Großraum Stuttgart Entfernung: 0 km
|
Verfasst am: 15.10.2013, 14:55 Titel: |
|
|
Hallo Melone,
das ist ja ein huebsches Kerlchen! Wie Holger schon sagte wird der kleine Max sicherlich noch so die eine oder andere Aufgabe bereithalten auf dem Weg zum Erwachsenwerden, aber der Spass sollte trotzdem niemals zu kurz kommen damit die Sache ein Erfolg wird.
Ich wuensche Euch alles Gute auf dem Weg dorthin, ein Tagebuch waere wirklich eine tolle Sache!
Viele Gruesse,
Elke
_________________ “Think for yourself. Question authority”. Timothy Leary |
|
Nach oben |
|
|
|