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Mulis und PNH Teil II   

 
Neues Thema erŲffnen   Neue Antwort erstellen    Maultierfreunde-Forum - ‹bersicht -> Erziehung -> Mulis & PNH
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Beate
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:55    Titel: Mulis und PNH Teil II   Antworten mit Zitat

Hi,
im alten Forum liefen unter dieser Rubrik megainteressante Diskussionen.
In der Hoffnung, dass diese hier fortgef√ľhrt werden, er√∂ffne ich nun dieses Thema auch hier.
Also los, Ihr PNHler (Holger, Isa, Klaus?? ...) legt los!
Gruß
Beate

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Nicole
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:55    Titel:   Antworten mit Zitat

Regina Verfasst am: Do Mai 10, 2007 19:31


Hallo alle miteinander,

ich mal 'ne ganz unschuldige Frage:Was ist PNH?? Hier einloggen Hier registrieren

Liebe Gr√ľ√üe,
Regina
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Nicole
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:56    Titel:   Antworten mit Zitat

Caprivi Verfasst am: Do Mai 10, 2007 21:18

Hallo Regina,

PNH ist Parelli Natural Horse-Men-Ship.

Es ist ein besonderes Ausbildungssystem im Natural Horsemanship, welches sich durch sein durchstruckturiertes System von anderen unterscheidet und so eine M√∂glichkeit bietet √ľber wete Strecken selber zu arbeiten. Die Unterst√ľtzung eines Ausbilders sollte man aber auch nutzen.

Inhaltlich und von den Grundlagen der Pferdepsychologie unterscheidet es sich nicht von den Methoden der meisten Horseman.
Da Maultiere mit Pferden aufwachsen und so sozialisiert werden, lässt sich das System auch bei Maultieren anwenden. Jedoch gelten Maultiere nach Parelli als Problemtiere die man erst mit erreichen eines höheren Ausbildungslevel handhaben sollte.

Das System ist auf der HP von Sylvia Mathoi gut beschrieben. Sie war Parelli-Instruktorin und arbeitet auch erfolgreich mit Eseln.

Ich habe meine erste Erfahrung im PNH mit Pferden gemacht und 2004 gewagt eine Problemmulistute zu √ľbernehmen und mit ihr nach PNH zu arbeiten. Mittlerweile sind die meisten Probleme nicht mehr so pr√§sent und ich habe auch mit dem Reiten begonnen.

Auf unserer HP findest du unter Pferden/Rafaela unser Tagebuch des ersten Jahres.

Gruß

Holger
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Nicole
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:57    Titel:   Antworten mit Zitat

Regina Verfasst am: Fr Mai 11, 2007 17:33



Hallo Holger,

vielen Dank!

Jetzt habe ich eine vage Vorstellung.Ich kenne Patt Parelli dem Namen nach und habe auch schon einmal ein Buch von ihm in der Hand gehabt,allerdings habe ich es nicht wirklich verstanden(mit den verschiedenen Leveln und wie man sie erreicht).Die Resultate finde ich allerdings beachtlich.

Liebe Gr√ľ√üe,
Regina
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Beate
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:58    Titel:   Antworten mit Zitat

Hi Ihr,
im Moment haben wir hier intern eine recht interessante Diskussion um ein Thema, was wir gestern abend auch im Chat ansprachen. Dazu w√ľrde mich mal die Meinung von einigen PNH-Leuten interessieren.
Und zwar geht es um das Thema "anlongieren" bzw. um den Start, um ein Muli im Kreis um einen Menschen laufen zu lassen (kenne nun den Parelli-Ausdruck daf√ľr nicht - ist ja auch egal Hier einloggen Hier registrieren ).
Auf jeden Fall handhabe ich es so, dass ich dem stehenden Tier mit der Strickhand den Weg weise, den es gehen soll. Im Normalfall folgt es brav dem Strick und kommt so - vorw√§rts rauslaufend- auf die Kreisbahn. Im Bedarfsfall treibe ich mit der anderen Hand (evtl. dort mit Strickende, Flag oder aber der "nackten" Hand). Peter Pfister macht es wohl so, dass er relativ weit vorne am Tier steht und mit dem Strickende im Hals-/Schulterbereich das Tier nach aussen treibt und so auf die Kreisbahn bringt. Von anderer Seite h√∂rte ich, dass es von einer PNH-Lehrerin so vermittelt wird, dass das Tier erst mittels Jojo r√ľckw√§rts nach draussen, und dann erst vorw√§rts geschickt wird.
Bei Peter's Methode sehe ich gerade bei etwas "hartn√§ckigeren Mulis" in der Anfangsphase, das Problem, dass sie - beim Nachaussenschicken - die M√∂glichkeit haben, sich nach aussen (hinten) zu entziehen und zu wenden. Nat√ľrlich wird da der ge√ľbte/geschickte Mensch blitzschnell reagieren und die Situation "bereinigen" k√∂nnen. Aber beim Nachvornerausschicken k√§me eine derartige Gelegenheit f√ľrs Tier garnicht auf.
Meine Frage ist nun - WIE handhabt Ihr das, und WARUM genau so? Hier einloggen Hier registrieren
Gruß
Beate

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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:59    Titel:   Antworten mit Zitat

Caprivi Verfasst am: So Mai 27, 2007 00:09


Das Spiel hei√üt Circling-Game, auf dem Zirkel gehen. Das JoJo-Game ist das r√ľckw√§rts weg schicken mitteles des Driving-Game, rhytmischer Druck, und das zur√ľckholen mittels des Porcupine-Game, st√§ndiger Druck.

Beim Circling-Game soll das Tier bis zu vier Runden in einer Gangart gehen und dann soll man es wieder rein holen. W√ľnschenswert ist es, dass das Tier so seine Runden dreht, dass das Seil durchh√§ngt, beim sieben Meterseil soll es leicht auf dem Boden streifen.

Beim ersten Mal schickt man das Tier soweit zur√ľck, dass man bequem mit der Carrot-Stick-Spitze die Schulter erreicht. Dann dreht man sich in die Richtung in die das Tier gehen soll, in dem man den Fu√ü der entsprechenden Seite nach au√üen dreht,links auf acht Uhr, rechts auf vier Uhr, und gleichzeitig mit der Hand der gleichen Seite in die Richtung zeigt in die das Tier laufen soll. So wie es los geht nimmt man die Hand wieder runter und stellt sich entspannt hin in dem man den Fu√ü wieder zur√ľck nimmt.
Geht das Tier nicht los hebe ich den Stick mit der anderen Hand und mache rhytmischen Druck auf die Schulter in dem ich den Stick kreisend Richtung Schulter schwinge und diese nötigenfalls auch touchiere. Wie heftig hängt vom Tier ab. Angst oder Dominanzverhalten und meine eigenen Reaktionen spielen dabei eine große Rolle.
Wie schnell das Tier geht hängt von meiner Impulsivität ab.

√úber das R√ľckw√§rtsrichten kann ich den Abstand kontrollieren. Mittlerweile verzichte ich auch mal darauf.
Am Sieben-Meterseil kann man dann auch gymnastizierende √úbungen machen.

Das Circling-Game ist die Grundlage f√ľr viele andere Aktionen und sehr hilfreich in den Situationen des t√§glichen Lebens. Als Grundelement des Squeeze-Game, Engpass-Spiel kommt es beim holen von der Weide zur Anwendung wenn ich das einzelne Tier durch das Weidetor schicke und gleichzeitig die anderen Tiere am mit rausgehen hindere, und vor allen Dingen ist es eine wesentliche Voraussetzung um Tiere allein Verladen zu k√∂nnen. Hier bringe ich mich in eine Position neben den Anh√§nger, schicke das Tier genau soweit r√ľckw√§rts in die andere Richtung und schicke es auf den Zirkel Richtung Anh√§nger. Idealerweise l√§uft es jetzt in den Anh√§nger bis an die Bruststange wo es stehen bleiben sollte. Dann kann ich die Sperrstange vormachen und die Klappe schlie√üen. Anschlie√üend gehe ich nach vorne, nehme das Knotenhalfter ab und lege Halsriemen oder Stallhalfter an um das Tier anzubinden.
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Beate
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 22:59    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Holger,
vielen Dank f√ľr Deine ausf√ľhrlichen Erkl√§rungen.
Zugegebenermassen verwirren mich die ganzen "Games" etwas ...... Hier einloggen Hier registrieren . Es ging mir eigentlich (im Moment) nur um das Thema "Anlongieren" oder "auf den Kreis schicken", da wir im kleinen (Muli-)Kreis dies gerade diskutieren. WIE "man es macht" nach PNH hast Du ja regulariengerecht erl√§utert, aber auch das WARUM w√ľrde mich interessieren.
Du schreibst, dass "man" das Tier an der Schulter treiben soll; ich gehe davon aus, dass der Mensch dann VOR der Schulter steht; läuft das Tier dann eher seitwärts auf die Zirkelbahn, oder eher vorwärts? Ich kann mir vorstellen, dass es in diesem Moment öfter Kommunikationsprobleme mit dem Tier gibt.
Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass man seine "Methode" - wie bei allem - dem jeweiligen Tier anpassen sollte. Und gerade bei (noch) etwas unkooperativen Mulis und unge√ľbten Menschen sehe ich beim seitw√§rts rausschicken die Gefahr, dass sich das Tier nach aussen/hinten entzieht und der Mensch als F√§hnchen im Winde dranh√§ngt. Beim vorw√§rts hinausschicken sehe ich den Vorteil, dass ein Tier, das gelernt hat immer dem Strick zu folgen (und damit halfterf√ľhrig ist), so auf recht unspektakul√§re Weise - ohne grosse Aktionen - "auf den Weg geschickt" werden kann.
Andere Frage: Du schreibst "Angst oder Dominanzverhalten und meine eigenen Reaktionen spielen dabei eine große Rolle" - was siehst Du als "Dominanzverhalten" an?
Gruß
Beate

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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:00    Titel:   Antworten mit Zitat

Caprivi Verfasst am: So Mai 27, 2007 21:12

Hallo Beate,
ich bin ja kein Ausbilder im PNH, sondern es war f√ľr mich der Einstieg in den Umgang mit Pferden, nachdem mich die Vorg√§nge in einer Reitschule einfach nur verwirrt hatten. Und so ist es zu meiner Grundlage im Umgang mit den Tieren geworden. Jeder muss sich in seiner Weise ausdr√ľcken und man darf die Spielanleitungen nicht zu dogmatisch nehmen, sondern man muss dem Sinn nach handeln. So gibt es Unterschiede zwischen meinen Frauen und mir.

Die Spiele nach Parelli unterliegen einer festen Systematik, und bauen aufeinander auf. Am Anfang dienen sie dem √úben der Kommunikation und damit dem kontrollierten Abrufen der F√§higkeiten der Pferde. manchmal zeigen die Tiere auch schon Reaktionen zu fortgeschrittenen Handlungen. Darin liegt Gefahr, dass man seine eigenen kommunikativen F√§higkeiten nicht gen√ľgend √ľbt und sp√§ter dann Schwierigkeiten hat.

Ziele des Circling-Game sind,

    das Pferd lehren, sich auf Halbzirkeln und Zirkeln voller Selbstvertrauen zu bewegen,
    Die Verantwortung von "Behalte die vorgegebene Richtung beiund "Behalte die vorgegeben Gangart bei" im Pferd verankern.
    Schnelle Starts und weiche Übergänge etablieren.
    Das Pferd lehren, seine Hinterhand zu lösen und und aus dem Schritt oder Trab anzuhalten.
    Dich lehren stillzustehen und die Dynamik des direkten, unterst√ľtzenden und indirekten Z√ľgels zu entwickeln.

Vielleicht hilft die Erklärung von Silvia Mathoi besser.

Erstmal mache ich es so weil ich es so gelernt habe und in der Fortf√ľhrung auch zu den Folgeerfolgen gef√ľhrt hat.

Meine Position ist frontal zum Pferd, Angesicht zu Angesicht.
Ich sende es R√ľckw√§rts, soweit wie ich mich ihm gegen√ľber verst√§ndlich machen kann.
Ich zeige durch Körperdrehung und deuten mit der Seilhand in die Laufrichtung und stehe immer noch vor dem Pferd.
Geht es nicht los hebe ich den Stick und mache Druck gegen die Schulter damit es in Laufrichtung weicht.
Egal in welcher Phase, sobald das Tier in die gew√ľnschte Richtung losgeht entspanne ich und nehme alle meine Aktivit√§ten zur√ľck, und das Tier soll so lange weitergehend bis ich etwas Neues fordere.

Das Thema Dominanz bezieht sich auf das Rollenverständnis.
Es gibt f√ľr mich nur zwei Rollen,

    Ich bin das Leittier meines Tieres und damit ranghöher, oder
    mein Tier ist ranghöher


Im letzten Fall sollte ich mich auf das F√ľttern beschr√§nken.
Wenn ich also erkenne, dass das Verhalten aus Unsicherheit und Angst hervorgeht, muss ich anders vorgehen als wenn ich erkenne, dass das Tier einfach nur unwillig ist.

Dieses zu erkennen ist nicht so einfach und darin liegt auch die Schwierigkeit der richtigen Reaktion. Erstmal gehe ich von Unsicherheit und Angst aus aber wenn es das nicht ist und ich mich zulange aufhalte gerate ich in die Position des Verlierers.
Unser Haflinger kann so ein stures Tier sein das einfach unsere Dursetzungsbereitschaft testet. Das war am Anfang schon eine Herausforderung.

Es muss jeder f√ľr sich seinen Weg finden, aber den Weg der gleichberechtigten Partnerschaft gibt es im Umgang mit Pferden nicht.
Deshalb kann man aber bestimmte Verhalten in vielen Situationen auch tolerieren, aber wenn ich vor einer Stra√üe mein Tier hinter mir haben m√∂chte, dann ist das nicht diskussionsw√ľrdig sondern eine Forderung der es nachzukommen hat.
Wenn ich das Tier auf den Anhänger verladen möchte, und weiss, dass es davor keine Angst hat weil ich es schon viele Male verladen habe dann hat es nicht die Möglichkeit etwas anderes zu wollen. Das verstehe ich unter Dominanzverhalten.
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:00    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Holger,
glaube, in Bezug auf das Anlongieren reden wir leider aneinander vorbei... Hier einloggen Hier registrieren
Caprivi hat folgendes geschrieben:
Wenn ich das Tier auf den Anhänger verladen möchte, und weiss, dass es davor keine Angst hat weil ich es schon viele Male verladen habe dann hat es nicht die Möglichkeit etwas anderes zu wollen. Das verstehe ich unter Dominanzverhalten.
Diese These finde ich recht heavy.
Wegen der Annahme, dass das Tier keine Angst hat, weil es schon viele Male verladen wurde - ich denke nicht, dass das Eine das Andere ausschliesst. Und, dass das Tier dadurch, dass es schon viele Male verladen wurde, nicht die Möglichkeit hat, etwas anderes zu wollen - das verstehe ich so, dass Du in dem Moment nichts Anderes zulässt?! Aber ist es nicht so, dass z.B. seit dem letzten Verladen viele Dinge an und mit dem Tier passiert sein könnten, die es nun plötzlich anders auf den Hänger reagieren lassen? Tun wir ihm dann nicht Unrecht, wenn wir in dem Moment unseren Willen durchsetzen (es ist ja schon viele Male verladen worden), anstatt auf das Tier zu horchen und neu zu analysieren? Ich habe die Erfahrung gerade bei den Mulis gemacht, dass sie - z.B. beim Verladen, oder auch bei Reiten - umso besser "funktionieren", wenn ich möglichst wenig Druck mache, und sie in der Annahme lasse, dass sie die Aktion gerade bestimmen.
Gruß
Beate

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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:01    Titel:   Antworten mit Zitat

Susanne Verfasst am: Mi Mai 30, 2007 09:56

Hallo,

die These von Holger klingt schon recht provokativ, aber er hat im Grunde recht. Gerade wenn man entsprechend selbstbewu√üt an eine Sache wie das Verladen herangeht und nicht lange dar√ľber nachdenkt warum und weshalb das Tier heute vielleicht nicht in den H√§nger gehen w√ľrde, entstehen viele Probleme nicht. Wenn ich z.B. Bedenken habe, mein Tier k√∂nnte sich vor etwas f√ľrchten, dann √ľbertr√§gt sich meine Unsicherheit automatisch auf das Tier.
Ich beobachte immer wieder mit Erstaunen wie Tiere mit selbstbewu√üten F√ľhrern Dinge machen, die bei anderen ganz f√ľrchterlich schrecklich w√§ren.

Gr√ľ√üe Susanne
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:01    Titel:   Antworten mit Zitat

...wenn ich mir Gedanken um mein Tier mache, heisst das nicht automatisch, dass ich nicht selbstbewusst rangehe. Ich persönlich sehe es eher so, dass ich - weil ich im Umgang mit meinen Equiden selbstbewusst bin - es mir erlauben kann, "weich" zu sein.
So stehe ich nicht unter dem Druck, dem Tier etwas abringen zu m√ľssen, um nichts zu verlieren....

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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:02    Titel:   Antworten mit Zitat

Francis Verfasst am: Mi Mai 30, 2007 11:25

Hallo zusammen, wollte mich nicht in die PNH Diskussion einmischen, davon verstehe ich n√§mlich nichts, ich bin aber auch Holgers Meinung mit dem Verladen, denn wenn ich mir absolut sicher bin, dass dem Tier seit dem letzten gut geklappten Verladen und jetzt, nichts schlimmes passiert ist und Muli jetzt nicht mehr in den H√§nger will ist das einfach eine Art Verweigerung und wenn ich da nicht dr√ľberweg gehe (will meinen, dieses Verhalten √ľbergehe und darauf bestehe dass es in den H√§nger geht) werden solche Machtspielchen nach und nach weniger. Habe das bei meinem jungen Muli auch gemerkt. Pferde machen das auch: das Westernpferd einer bekannten will nie in den H√§nger wenn es vom Hof weg geht, weil es genau wei√ü "jetzt geht es zu einem Turnier". Auf dem Turnier will es m√∂glichst schnell wieder in den H√§nger rein, weil es wei√ü: "jetzt geht es wieder heim". Wenn ich am Anfang nicht darauf bestehen w√ľrde dass es in den H√§nger geht werden die "Diskussionen" mit dem Tier immer l√§nger...
Aber zur√ľck zum Anlogieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass anlogieren in einem Roundpen ohne Longe am besten geht, dann zerrt das Tier nicht unn√∂tig am Seil und hat das Gef√ľhl das es "freiwillig" das macht was wir von ihm wollen: im Kreis gehen. Man sollte aber Ahnung vom Longieren haben, sonst ist die eigene K√∂rperhaltung falsch und das Muli wei√ü nicht was wir von ihm wollen. Ich glaube da sind die PNHler im Vorteil, da bei Parelli die richtige K√∂rperhaltung von vorne rein dazu geh√∂rt. Ich habe Muli eine Rund um mich herum laufen lassen und immer gaanz toll gelobt, dann die andere Seite, wieder loben, was zur aufmunterung machen was es schon kennt und das war's f√ľr den ersten Tag. N√§chstes Mal eine Runde mehr und noch ein bissele vor und hinterhandwendung. Wichtig: man muss die Sache langsam angehen. Ich war in zwei wochen vielleicht vier mal im Roundpen und habe erst in der dritten Woche mit traben angefangen. Freies Longieren mit Longe ohne Roundpen geht mittlerweile auch, jedoch ist Muli da dann viel sensibler was meine K√∂rperhaltung betrifft, weil die weite Welt ja nur eine Seill√§nge entfernt ist...
Ich glaube es gibt verschiedene Möglichkeiten, die von PNH ist sicher eine der Besten, nur bin ich mit der Materie PNH nicht hinreichend vertraut

beste Gr√ľ√üe

Friedi
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:03    Titel:   Antworten mit Zitat

Caprivi Verfasst am: Do Mai 31, 2007 00:14


Naja, eigentlich war es von mir gar nicht provokativ gemeint, und es verbirgt sich auch nichts unrechtes , grobes dahinter.

Wenn ein Tier Angst zeigt gehe ich ganz anders vor als wenn es sich aus Dominanzgr√ľnden weigert.

Das hei√üt aber nicht, dass es auf Teufel komm raus auf den Anh√§nger muss, und dass nach einer bestimmten Methode. Vor kurzem hat jemand √ľber mehrere Stunden versucht zwei Pferde zu verladen und nur auf eine Methode bestanden. Dass war nat√ľrlich weder im Sinne des PNH noch zweckm√§√üig.

Weigert sich das Tier aus Respektlosigkeit, spiele ich die Sieben Spiele, durchaus abwechslungsreich und kreativ und so, das ich die Spiele gewinne.
Dabei geht es in erster Linie darum in meiner Kommunikation genau zu sein und auch an mir selber zu arbeiten.
Denn wenn das Tier meine Rolle testet, dann liegt das ja an mir und nicht an dem Pferd. Das heißt in erster Linie, ich erarbeite mir meine Position, verdiene sie mir.
Wie, das liegt ganz an der Situation und lässt sich pauschal nicht darstellen.

Und dabei ist das Circling-Game eine wichtige Kommunikations√ľbung und hat mit Longieren nicht viel zu tun.
Es wird nicht nachgetrieben
Zum Gangartwechsel wird "nicht getrieben" sondern man gibt einen deutlichen Impuls √ľber das Seil der dann durch den Einsatz des Stick verst√§rkt wird, was auch dem Treiben √§hnlich sieht im Sinn jedoch anders angelegt ist.

Allerdings finde ich die Kontrolle des Tempos durch Eigendynamik und Rhythmus auch faszinierend und erstrebenswert.
Dieses mache ich zur Zeit beim F√ľhren.
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 23:04    Titel:   Antworten mit Zitat

Caprivi Verfasst am: Fr Jun 01, 2007 21:01


Ich habe mich heute noch einmal bewusst mit dem Losschicken auf dem Zirkel beschäftigt.
Nach dem R√ľckw√§rtsrichten auf den Zirkel habe ich bewusst unterschiedlich intensiv die Richtung gezeigt die Rafaela gehen sollte.
Es gibt dann einen Punkt an dem sie versucht sich nach Au√üen zu entziehen. Dann habe ich √ľberzogen.

Bei Maultieren muss man besonders darauf achten, die Steigerungen fein dosiert zu erhöhen und dabei erst eine Stabilität in der erreichten Stufe erreicht zu haben.
Anders als Pferde f√ľhlen sich die Mulis dann in ihrer Skepsis best√§rkt, und man kann wieder so gut wie von Vorne anfangen. Mulis sind einfach kritischer als die meisten Pferde. Sie verzeihen keine Abk√ľrzung im System, sie wollen √ľberzeugt werden, was keine Grobheiten zul√§sst.
Wird man mit solchen Fehlern konfrontiert darf man nicht die Haltung verlieren und Zornig werden, sondern muss mit Geduld "Überlegenheit" und "Souveränität" demonstrieren, was umso leichter fällt wenn man ein Konzept hat und sich auf bekanntem Terrain bewegt. (Weniger ist oft mehr).

Mittlerweile gelingt es mir, Rafaela im Schritt und Trab kontrolliert au den Zirkel zu starten, ohne dass ich meine Position √§ndere und den Stick zu Hilfe zu nehmen, als auch auf dem Zirkel zwischen Schritt und Trab zu wechseln in dem ich mich in die Richtung drehe und mit dem Arm in die Richtung zeige um in den Trab bzw Galopp zu kommen, oder mich leicht gegen die Laufrichtung drehe und dann mit dem Seil sch√ľttel um sie zu verlangsamen.

Nun gilt es das erreichte mittels dem Siebenmeterseil zu verfeinern und die Distanz zu vergrößern um sie auch auf längere Galopp-Zirkel zu schicken.
Daraus folgt dann die Kontrolle der Geschwindigkeiten was ich f√ľr das Reiten brauche.

Am Anh√§nger habe ich die Eigenverantwortung f√ľr Richtung und Geschwindigkeit vertieft.
Der Anhänger steht nur durch die Feststellbremse fixiert und mit freier Deichsel, so dass er beim Einsteigen leicht schaukelt.
Vor dem Kotfl√ľgel stehend schickte ich Rafaela auf den Zirkel in Richtung Einstieg und sie sollte ohne Nachtreiben bis an die Bruststange gehen. Dies gelang bereits beim zweiten Mal. Dies wiederholte ich bis sie erst nach Aufforderung wieder heraus kam.
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