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Wieviel "Nutzung" von Jungmulis?   
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Pat
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BeitragVerfasst am: 27.08.2008, 14:07    Titel: Wieviel "Nutzung" von Jungmulis?   Antworten mit Zitat

Beate hat Folgendes geschrieben:
Hallo Pat,

Deine Planungen h├Âren sich toll an, ABER meiner Meinung nach ist eine Woche Wanderung f├╝r einen 2,5j├Ąhrigen zu viel!
Gruss
Beate





Ja, Du hast auch Recht, ich sollte es mir noch mal durch den Kopf gehen lassen. Wahrscheinlich werde ich auch mit beiden Eseln und Muli losmarschieren (den H├Ąnger immer in der N├Ąhe -darum will ich auch nicht unbedingt so weit weg) und den Weg nur mit den Eseln beenden falls mein GB keine Lust mehr hat.
GB ist mein "Erstling" und ich zehre demnach von Euren Erfahrungen. Danke daf├╝r.
Liebe Gr├╝├če
Pat
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luna
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Anmeldungsdatum: 09.08.2005
Beitrńge: 749
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BeitragVerfasst am: 29.08.2008, 15:36    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Pat,
ich denke ob eine einw├Âchige Wanderung insbesondere mental zu anstrengend ist kommt stark darauf an, was du vorher noch so ├╝bst mit Deinem Muli. Wenn ihr vorher schon mal Tagestouren und Wochenendtouren macht zur ├ťbung w├╝rde ich es f├╝r unproblematisch halten. Ich bin mir grade nicht mehr ganz sicher, wann die Mulitrekkingtour hier bei mir in der Gegend war, aber ich glaube Reyki war zu dem Zeitpunkt auch grade mal knapp 3 und wir waren 4 Tage am St├╝ck unterwegs und ohne Herdekumpanen aus der gewohnten Herde. Und wir hatten bis dato nur 1-Tagestouren gemacht, allerdings bis zu 45 km. Ich habe Reyki keine ├ťberforderung anmerken k├Ânne, weder k├Ârperlich noch mental, und ich halte mich f├╝r nicht komplett unsensibel Augen rollen (sarkastisch) ... Es h├Ąngt sicherlich auch vom jeweiligen Individuum ab, aber ich denke dass grade Equiden als "Nestfl├╝chter" quasi vom ersten Tag an in der Lage sind, gr├Â├čere Strecken zur├╝ckzulegen, ohne Schaden zu nehmen. Und je eher man sie daran gew├Âhnt, desto gelassener werden sie - ist meine Hypothese... Nat├╝rlich sollte alles gut vorbereitet sein, damit es kein negatives Erlebnis f├╝r das Muli (und Dich) wird, dann w├╝rde die obige Hypothese wahrscheinlich nicht mehr gelten eek! .
Also, viel Spa├č beim Planen und Trainieren L├Ącheln ! Schade dass ihr recht weit weg seid, sonst w├Ąre ich sehr in Versuchung mit zu kommen!
VG, Luna
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Beate
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Anmeldungsdatum: 26.02.2004
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BeitragVerfasst am: 30.08.2008, 07:24    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Christine,
ja, ich weiss. Und ich meine, ich hatte mich damals Dir gegen├╝ber ├Ąhnlich ge├Ąussert wie nun bei Pat.
Sicher wird (im Normalfall) kein Jungmuli an einer Woche Wandertour sterben. Und im Normalfall wird es keinen dauerhaften seelischen Schaden davon tragen. Aber ich finde, man sollte sich immer vor Augen halten, dass sie in dem Alter noch Kleinkinder sind - viel mehr als gleichaltrige Pferde! Maultiere sind nunmal wesentlich langlebiger als Pferde, machen daher wesentlich langsamer die einzelnen Stadien der Entwicklung durch. Und ich frage mich halt einfach: Muss dies wirklich sein? Ihr wollt alt werden mit Euren Tieren (gehe ich mal davon aus), und habt noch jede Menge gemeinsame Zeit vor Euch. Weshalb dann die Eile? Warum ein Jungmuli nicht m├Âglichst lange "Kind sein" lassen? Nat├╝rlich wird nun das Argument kommen, dass Ihr das Muli daheim "Kind sein" lasst. Aber auf die "grosse Tour" soll es dann schon mit. Passt in meinen Augen nicht so ganz. Nat├╝rlich gibt es wesentlich Schlimmeres f├╝r ein Jungmuli, aber Ihr seid doch f├╝rsorgliche "Eltern". Warum dann nicht die Tour um ein oder zwei Jahre verschieben? Oder aber - wenn Ihr von vornerein vor habt, das Muli mehr zu nutzen - warum dann ein Jungtier und kein erwachsenes Muli?
Auch solche Dinge geh├Âren f├╝r mich zum "Mulemanship" - eine dem Alter angepasste Nutzung, lieber mal etwas langsamer gemacht, und auf das Tier "gewartet". Nat├╝rlich kann ich verstehen, dass man es kaum "abwarten" kann, wenn man ein Jungmuli im Stall stehen hat (und vor allem - wenn dieses Jungmuli der einzige Equide ist). Aber auch dies kann man als Aufgabe sehen, sich in Bezug aufs Muli in Geduld zu ├╝ben Blinzeln .
Diese Zeilen sind nicht b├Âse oder als Vorwurf gemeint - sie sollen eher zum intensiven Nachdenken anregen.
Gr├╝sse an Euch und Eure Jungmulis L├Ącheln von
Beate

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Schwimm' gegen den Strom; denn nur an der Quelle kannst Du den Lauf des Flusses ver├Ąndern!
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Beate
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Anmeldungsdatum: 26.02.2004
Beitrńge: 4375
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BeitragVerfasst am: 30.08.2008, 13:48    Titel:   Antworten mit Zitat

....bin ich eben grad zuf├Ąllig dar├╝ber gestolpert:
Andere L├Ąnder - andere Sitten; knapp 2,5j├Ąhriges Muli zu verkaufen, das bereits 90 Tage professionellen Beritt hinter sich hat (und bereits ein Shank-Gebiss tr├Ągt) Stirnrunzeln .
http://www.ozarkmountainmuledays.co...._mule_auction_animals.php (ganz runterscrollen, letztes Tier), oder
http://www.ozarkmountainmuledays.co...._mule_auction_animals.php

In den USA scheint es ├╝blich zu sein, die Mulis so fr├╝h anzureiten. Ich hatte da auch schon einige Diskussionen deswegen gef├╝hrt.

Gruss
Beate

PS: Dass ich dies hier einstelle hat absolut nichts mit Luna oder Pat zu tun!!

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Ginny
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BeitragVerfasst am: 30.08.2008, 14:25    Titel:   Antworten mit Zitat

die wirkt aber noch sehr babyhaft.

Zu den Wanderritenn kann ich euch nur meine Erfahrungen schildern, ich kenne eure Mulis nicht...
Nessy war in dem Alter noch sehr stark ├╝berbaut - der h├Ątte ich gar nicht in Erw├Ągung gezogen sie in irgendeiner Form zu belasten. Und auch einen Wanderritt, den sie einfach nur mitgelaufen w├Ąre h├Ątte ich als Belastung angesehen, da ich ja Zeit, Tempo und Dauer bestimmt h├Ątte und nicht Nessy. Wir w├Ąren auch nicht weit gekommen mit ihr in dem Alter - habe sie ab und zu mitgenommen, wenn ich mit Amigo `ne Runde spazieren gegangen bin. Nach 20 min. war die Konzentration weg und sie fing an zu spielen und tw. auch zu toben.
Ich merke heute immer mehr wie gut es ihr getan hat, dass sie bis fast 4 wirklich Kind sein durfte und wir dann in den letzten zwei Jahren ganz ganz langsam die Arbeit haben einflie├čen lassen. In nicht mal vier Wochen wird sie 6 - sie ist jetzt seit ca. 5 Wochen ca. 3x w├Âchentlich f├╝r ca. 20min. unterm Reiter. Sie macht das echt toll, ist super motiviert und ganz toll bei der Sache. Wenn wir dann endlich unseren sattel bekommen, wird das ganze geteigert.
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Pat
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BeitragVerfasst am: 31.08.2008, 18:26    Titel:   Antworten mit Zitat

Beate hat Folgendes geschrieben:
....bin ich eben grad zuf├Ąllig dar├╝ber gestolpert:

In den USA scheint es ├╝blich zu sein, die Mulis so fr├╝h anzureiten. Ich hatte da auch schon einige Diskussionen deswegen gef├╝hrt.




Hallo ihr Lieben,

bin gerade erst ein paar Tage aus den USA zur├╝ck und habe selbst dort nur gute Erfahrungen gemacht.
Habe 10 Tage im Grand Canyon gewohnt und sehr viel Zeit mit den Ranchern und deren Arizona Mules verbracht, bzw. zugesehen wie die Mules dort bei nahezu 40┬░C (oben am Canyon - unten waren es dann nur noch 18┬░C ) arbeiten.
Habe einen viert├Ągigen Muletrip mitgemacht und dabei wahnsinnig viel und intensiv gelernt. Unter Anderem auch wie ich GB an kleinere Tiere gew├Âhnen kann.
So viele Mules auf einem Haufen... Wahnsinn. I Love It.
Die Arizona Mules werden erst mit 4-5 Jahren angeritten, m├╝ssen/d├╝rfen vorher aber schon mit den Anderen Tieren -ohne F├╝hrstrick- durch die Berge steigen. Das f├Ârdert das "Verlass" Verh├Ąltnis zwischen Mensch und Mule.
Wenn ich richtig verstanden habe (mein Schulenglisch ist zwar auseichend gut, "Kaugummislang" muss ich jedoch noch ├╝ben), dann f├Ąngt man dort im Alter von 2,5 Jahren an den Mules Packsattel (zuerst ohne Gewicht, dann wird das Gewicht langsam gesteigert um die Muskeln aufzubauen und um die Knochen zu schonen) aufzulegen.
Ich habe auch gesehen mit wieviel Gelassenheit und Liebe so ein Tier von den Ranchern behandelt wird. So wird z.B immer erst das Mule abgesattelt, nach Wunden untersucht, gek├╝hlt und getr├Ąnkt ehe die Rancher auch nur einen einzigen Gedanken an den eigenen Durst verschwenden.
Leider l├Ąsst sich so ein Urlaub nicht so einfach wiederholen, ich habe mich f├╝r diese 10 Tage schon im Jahr 2006 angemeldet und erst im Juli 2008 die Zusage bekommen (andere Leute auf der Warteliste sind zu meinem Gl├╝ck abgesprungen)

Bei einer Wanderung mit Jungtieren ("WANDERUNG" nicht "RITT") -und das nat├╝rlich ausschlie├člich ohne Gep├Ąck-, bestimmte (zumindest dort) ├╝brigens nicht der "Treiber"/Besitzer das Tempo, sondern das Muli selbst.

Nat├╝rlich habe ich -trotz Muleship Urlaub- noch keinen blassen Schimmer wie ich gewisse (mir bekannte oder noch unbekannte) Situationen in Zukunft "aussitzen" werde (jetzt nach den Erfahrungen wahrscheinlich mit einem breiten L├Ącheln).
Heute waren GB und ich 2 Stunden im Wald. GB wollte gar nicht mehr zur├╝ck, ich habe sogar den Eindruck, das st├Ąndige Weiden (rie├čige Koppel) langweilt ihn bereits. Zumindest hatte er seinerseits nicht das Bed├╝rfnis umzudrehen.

Aber mit den Mules ist es ja wie mit den Menschen, der eine "so", der andere "so":
Auf der einen Seite kann ich GB nicht "vereinheitlichen" daher muss ich nat├╝rlich ausprobieren was speziell zu GB passt, auf der anderen Seite bin ich nat├╝rlich wirklich Dankbar f├╝r jeden Rat. Denn jeden Fehler den ich mache/gemacht habe oder noch machen k├Ânnte, den hat eventuell schon ein Anderer gemacht und daher k├Ânnen GB und ich von Euren Erfahrungen sehr profitieren.
Schade nur, dass ich es nicht irgendwie gut machen kann. Aber vielleicht f├Ąllt Beate ja was ein wie ich mich in irgendeiner Form mal einbringen kann.
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luna
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BeitragVerfasst am: 02.09.2008, 18:49    Titel:   Antworten mit Zitat

Beate hat Folgendes geschrieben:
Weshalb dann die Eile? Warum ein Jungmuli nicht m├Âglichst lange "Kind sein" lassen? Nat├╝rlich wird nun das Argument kommen, dass Ihr das Muli daheim "Kind sein" lasst.


Hallo Beate,
in einer "nat├╝rlichen Herde" (wobei es nat├╝rliche Muli-Herden ja nicht gibt Blinzeln ) l├Ąuft das Fohlen von Anfang an mit und wird mit allen Eindr├╝cken, die f├╝r das weitere Leben wichtig sind konfrontiert. Daher empfinde ich umherwandern in der Herde durchaus als "Kind sein" lassen! Wobei man nat├╝rlich darauf achten muss, das Tier dabei nicht ├╝berm├Ą├čig zu belasten durch zu lange Strecken und ich auch ganz klar vom Reiten oder Gep├Ąck tragen in diesem Alter absehen w├╝rde! Aber mit dem Sammeln von Eindr├╝cken und dem ├ťbernachten au├čerhalb der eigenen Koppel kann man in meinen Augen nicht fr├╝h genug anfangen, um ein souver├Ąnes und Angst-freies Muli zu bekommen. Und gerade wenn die M├Âglichkeit besteht, "im Schutz der gewohnten Herde" (so ist es in diesem Fall wohl geplant, mit den zwei Eseln, so wie ich es verstanden habe) diese Erfahrungen zu machen halte ich es f├╝r optimal. - Wie gesagt, nat├╝rlich sollte man sein Tier dabei gut "zu lesen wissen" um es nicht zu ├╝berfordern oder die Strecken anfangs sicherheitshalber recht anspruchslos planen. Aber ich glaube wirklich, dass es f├╝r Mulis wesentlich problematischer ist, die Kindheit wohlbeh├╝tet im eigenen Stall zu verbringen und dann erst im Alter, in dem man auch mit der k├Ârperlichen Belastung anf├Ąngt auch noch mit der bis dato unbekannten und so vielf├Ąltigen Umwelt konfrontiert zu werden.
Also w├Ąre mein Fazit: F├╝r die "Psyche" m├Âglichst fr├╝h m├Âglichst viele Eindr├╝cke sammeln, dabei aber nat├╝rlich die Grenzen des Tieres ber├╝cksichtigen, indem man beispielsweise anfangs andere Herdenmitglieder dabei hat, damit sich das Jungmuli sicher f├╝hlt.
Und f├╝r die k├Ârperliche Entwicklung auch m├Âglichst fr├╝h schon m├Âglichst viel wandern (OHNE GEP├äCK UND REITER) und ruhig auch gezielt das "├ťberwinden" schwieriger Hindernisse wie beispielsweise steile H├Ąnge, B├Ąche, etc. zwanglos (!) ├╝ben, weil im jungen Alter (und damit meine ich tats├Ąchlich das Baby- und Kleinkind-Alter!) die motorische Lernf├Ąhigkeit noch am gr├Â├čten ist und es sich positiv auf die weitere Entwicklung auswirkt. ├ťberfordern wird man einen Equiden, der sozusagen "zum Laufen geboren ist" soleicht nicht, vorausgesetzt, man trainiert regelm├Ą├čig und ├╝berschl├Ągt sich nicht von heute auf morgen.
Das ist meine Meinung, von der ich wie Du merkst sehr ├╝berzeugt bin Gro├čes L├Ącheln
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Beate
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BeitragVerfasst am: 02.09.2008, 21:45    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Christine,
auch ich bin von meiner Meinung ├╝berzeugt Blinzeln .
In den allermeisten Dingen stimme ich Dir unumwunden zu. Und wenn ich davon rede, ein Jungmuli "Kind sein" zu lassen, so meine ich ganz bestimmt nicht, es im Stall einzusperren. So gut m├╝sstest Du eigentlich mich und meine Art der Equidenhaltung kennen. Auch ich bin der Meinung - "raus in's Leben mit den Jungmulis!" L├Ącheln
Sancho bekam ich als 2 1/4j├Ąhrigen, und Naomi 2 1/2j├Ąhrig - also beide auch als Jungmulis. Auch ich habe immer viel mit ihnen unternommen (ausserhalb des Stallgel├Ąndes). Ganz ├Ąhnlich, wie Du es beschreibst, gingen (bzw. gehen) wir auf Erkundungstour. Und ich war vorrangig alleine mit ihnen unterwegs, eben um ihre Selbst├Ąndigkeit und ihr Vertrauen zu mir zu f├Ârdern. Ausserdem bin ich pers├Ânlich am Allerliebsten alleine mit einem (oder zwei) Tieren unterwegs, denn nur so kann ich mich ganz auf das Tier einlassen. Auch mit dem H├Ąnger sind wir ab und zu mal unterwegs gewesen. Dann allerdings immer mit Begleittier. Aber das w├Ąre es f├╝r mich schon f├╝r's Muli, in dem jugendlichen Alter.
Wenn Du das Umherwandern eines Fohlens in/mit der Herde mit einer mehrt├Ągigen Wanderung mit dem Menschen gleichsetzt, so d├╝rftest Du aber auf dieser Wanderung nur geringen Einfluss auf das "Fohlen" aus├╝ben. Es m├╝sste frei mit Dir mitlaufen (wie und wo es will - ausser in gewissen Intimbereichen), d├╝rfte w├Ąhrend dem Laufen fressen wann es wollte, mal ├╝berm├╝tig an Dir vorbeigaloppieren, wenn es wollte, usw. Lediglich wenn es Dir gegen├╝ber "aufm├╝pfig" w├Ąre, es in seine Schranken verweisen. Ich denke aber eher, dass bei einer gemeinsamen Wanderung der Mensch (Du) nicht nur das Tempo und die Richtung vorgibst, sondern auch ansonsten gewisse menschliche Spielregeln aufstellst. Und genau das macht f├╝r mich den Unterschied zum Umherwandern in einer Herde. Ausserdem wird sich ein Fohlen (oder Jungmuli) in der Herde - m├Âglichst noch mit seiner Mutter - geborgen und sicher f├╝hlen. Und es ist sehr schwer (wenn nicht gar unm├Âglich), als Mensch dieses Gef├╝hl einem Muli in dem Masse wie die Herde Artgenossen zu geben. So etwas kann eigentlich erst im Laufe der Zeit aus der Beziehung "erwachsen". Und genau DA sehe ich einen Stresspunkt - dass der Mensch ihm nicht die Sicherheit von Artgenossen ersetzen kann (alles auf den o.g. Vergleich bezogen).
Und wenn Du so ├╝berzeugt von Deiner Meinung bist, so wird dies auch der richtige Weg f├╝r Dich und Reyki sein! L├Ącheln
Gruss
Beate

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Susanne
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Anmeldungsdatum: 20.10.2005
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BeitragVerfasst am: 05.09.2008, 16:06    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo,

auch ich denke, dass es gut ist, einen jungen Equiden m├Âglichst bald an das zu gew├Âhnen, was man sp├Ąter mit ihm machen m├Âchte. Bei uns im Schwarzwald sind jetzt im Herbst die pr├Ąchtigen Umz├╝ge mit den sch├Ânen Schwarzw├Ąlderkutschen. Und bei ganz vielen Kutschen sieht man ein Fohlen, das neben der Mutter angebunden ist und mitl├Ąuft. So gew├Âhnen sich die Tiere wie ganz selbstverst├Ąndlich an das Kutschenger├Ąusch, und den ganzen Trubel. Mit einem Fohlen, dass so vom Besitzer vorbereitet wird, wird man sp├Ąter auch weniger Probleme haben, als mit einem das ganz beh├╝tet aufw├Ąchst.

Vom Verhalten sehe ich das wie Christine, f├╝r einen Nestfl├╝chter gibt es keine beh├╝tete Kindheit. Er muss vom ersten Tag an mit der Herde mit. Sicher werden die Fohlen zu einem Zeitpunkt geboren, wo das Gras w├Ąchst und keine gro├čen Wanderungen anstehen, aber sp├Ątestens im Herbst m├╝ssen sie mitziehen. Und bei den Tierwanderungen ziehen die Tiere auch ruhig und gesittet, ein wildes hin- und hergaloppieren w├╝rde viel zu viel Energieresorcen verbrauchen. D.h. ein gesittetes Nebenhergehen neben dem Menschen entspricht durchaus einem nat├╝rlichen Verhalten.

Was aber gerade beim jungen Tier wichtig ist, es soll langsam an die Anforderung gew├Âhnt werden. Man darf es nicht von der Weide holen, und dann stundenlang damit marschieren. Je nach Temperament, bewegen sich Equiden auf einer Weide fast gar nicht, und haben dann auch keine Kondition.

Gr├╝├če Susanne
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Beate
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BeitragVerfasst am: 06.09.2008, 08:46    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Susanne,
Susanne hat Folgendes geschrieben:

Vom Verhalten sehe ich das wie Christine, f├╝r einen Nestfl├╝chter gibt es keine beh├╝tete Kindheit.

Bezweifelst Du damit auch die Geborgenheit/Sicherheit (Beh├╝tung) f├╝r ein Equidenkind in der Herde an, von der ich oben schrieb?
├ťbrigens habe ich vor l├Ąngerer Zeit einen Bericht ├╝ber die "Wildpferde" in der Namib-W├╝ste gesehen, und genau da hat es mich extrem gewundert, wie die Fohlen rumtrabten und teilweise auch galoppierten. Und die m├╝ssten wirklich riesige STrecken zur├╝cklegen.
Dass Fohlen bei Festumz├╝gen mitlaufen grenzt f├╝r mich schon fast an Tierqu├Ąlerei, und hat f├╝r mich mit einer Gew├Âhnung an das "normale" Leben f├╝r diese Kinder sehr wenig zu tun. Ich sehe es eher als Zuschauergag, da die Fohlen doch sooo s├╝├╝├╝├╝ss sind Stirnrunzeln . Wie so etwas ausarten kann, ging ja vor einiger Zeit durchs Netz - 2 Fohlen (allein) vor einer Fohlenkutsche angespannt!! Glaube, das war in der Schweiz, und es waren Freibergerfohlen - die damit die Gelassenheit ihrer Rasse demonstrieren sollten. Anders sehe ich es, wenn Arbeitspferde tats├Ąchlich ihre t├Ągliche Arbeit (vor dem Wagen, im Feld, unter dem Sattel) verrichten, und das Fohlen dabei mitl├Ąuft. So findet eine Gew├Âhnung an das Allt├Ągliche schon fr├╝h statt - "beh├╝tet" durch die Anwesenheit der Mutter.
Gruss
Beate

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Fuechsjen
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Alter: 48

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BeitragVerfasst am: 06.09.2008, 10:06    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo

ich wollte mich in das Thema mal einklinken, da ja meine Uschi in dem "Kindesalter" von 1 Jahr und 3 Monaten ist.

Nachdem Uschi aufgeh├Ârt hat zu "parken", habe ich angefangen mit ihr spazieren zu gehen. Erst 10 Minuten, dann 20 Minuten etc. Mittlerweile ist es so, dass wir fast jeden Tag bis zu eine Stunde spazieren gehen (alleine) und einmal die Woche gehen wir mit einer Araberstute und deren Besitzerin ca. 2,5 Std. spazieren.
Ich habe den Eindruck wenn ich mit Uschi nur eine kurze, ihr sehr bekannte Runde gehe, schlurft sie mit und langweilt sich (so dass sie durchaus mal stolpert), gehe ich aber mit ihr eine weitere Strecke, die sie nicht so gut oder gar nicht kennt ist sie mit voller Aufmerksamkeit dabei. Ich lasse ihr auch immer die Zeit sich mit neuen Dingen vertraut zu machen, sie darf durchaus dort mal stehen und einfach "glotzen".
Was Uschi besonders liebt ist es in G├Ąrten zu "gaffen", dass findet sie irgendwie ganz spannend, auch wenn wir an bestimmte G├Ąrten regelm├Ą├čig vorbeikommen.
Wir gehen durch B├Ąche , ├╝berqueren Stra├čen bzw. laufen an einer Stra├če lang, wo durchaus Autos fahren.

Nach den Spazierg├Ąngen kommt sie wieder zu ihrer Herde (bestehend aus zur Zeit 3 anderen Pferden).

Meine Meinung ist ebenfalls, was sie jetzt lernt, erleichtert unser beider Leben f├╝r sp├Ąter. Ich habe weiter den Eindruck, dass es Uschi durchaus gef├Ąllt mit mir "weiter" spazieren zu gehen und es ihr durchaus auch nicht schadet!

Gr├╝├če

Karin
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Susanne
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BeitragVerfasst am: 06.09.2008, 12:55    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Beate,

eine wirklich beh├╝tete Kindheit, so wie wir Menschen das kennen, gibt es f├╝r Nestfl├╝chter nicht. Beim Menschen oder Hund, als Nesthocker, ist es f├╝r ein Neugeborenes wichtig, dass es in einer sicheren Umgebung m├Âglichst lange von den gef├Ąhrlichen Umwelteinfl├╝ssen ferngehalten wird.

Bei den Nestfl├╝chtern wird das Jungtier von Anfang an mit allen Umwelteinfl├╝ssen konfrontiert, auch wenn ein Feind kommt muss es selber fl├╝chten (selten greifen Herdenmitglieder einen R├Ąuber an um ein Jungtier zu sch├╝tzen). Beh├╝tet ist es nur insofern, dass es sich an den Herdenmitgliedern orientieren kann, welches Verhalten angebracht ist.

Wieso ist es f├╝r dich Tierqu├Ąlerei wenn ein Fohlen (jetzt im Herbst mit ca 5-6 Monaten) neben der Mutter an der Kutsche im langsamen Schritt l├Ąuft? Wo willst du denn das Fohlen sonst lassen - daheim den ganzen Tag allein im Stall - im H├Ąnger am Parkplatz.

Gr├╝├če Susanne
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Beate
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BeitragVerfasst am: 06.09.2008, 13:20    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Susanne,
so wirklich beantwortet hast Du mit Deinen Ausf├╝hrungen meine Frage nicht - ob Du die "Sicherheit/Geborgenheit der Herde" f├╝r eine Equidenjunges anzweifelst.
Susanne hat Folgendes geschrieben:
Wieso ist es f├╝r dich Tierqu├Ąlerei wenn ein Fohlen (jetzt im Herbst mit ca 5-6 Monaten) neben der Mutter an der Kutsche im langsamen Schritt l├Ąuft? Wo willst du denn das Fohlen sonst lassen - daheim den ganzen Tag allein im Stall - im H├Ąnger am Parkplatz.

Bei Deinen Ausf├╝hrungen ging es nicht um ein "normales" neben der Kutsche herlaufen (DAS finde ich nicht verwerflich, wie ich schon schrieb). Es ging bei Deinem Posting um die Fohlen, die bei Festumz├╝gen mitlaufen.
Wo ich das Fohlen bei Festumz├╝gen lassen will? Mitsamt der Mama daheim L├Ącheln - oder vielleicht bei einer netten Ausfahrt nebenherlaufen. Ihm auf jeden Fall einen solchen "Kulturschock" ersparen.
Gruss
Beate

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Susanne
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BeitragVerfasst am: 06.09.2008, 18:24    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Beate,

die Sicherheit der Herde existiert f├╝r das Equidenjunge im gleichen Ma├če wie f├╝r jedes andere Herdenmitglied - mit Au├čnahme vielleicht des rangh├Âchsten Tieres das die Verantwortung tr├Ągt. Nicht mehr und nicht weniger. Jeder Equide braucht f├╝rs ├ťberleben in freier Natur die Herde - diese gibt Sicherheit und Geborgenheit. Wir gew├Âhnen unsere Tiere daran, dass auch der Mensch eine Herde ersetzen kann.

Die Sicherheit eines Equidenjungen besteht aber nicht darin, dass es daheim im gem├╝tlichen Stall von allen Einfl├╝├čen denen die Herde ausgesetzt ist bewahrt bleibt.

Zu den Fohlen auf Umz├╝gen. F├╝r viele Schwarzw├Ąlder geh├Ârt es zur t├Ąglichen Arbeit im Publikumsverkehr aufzutreten. Die Fohlen machen auch keinen gestre├čten Eindruck, sie sehen ja dass die M├╝tter v├Âllig ruhig sind. Auch nehme ich an, dass die Kutscher die Fohlen schon bald an das Mitlaufen neben der Kutsche gew├Âhnen. Ich glaube die Halter der Schwarzw├Ąlder haben viel Erfahrung mit der Zucht und Ausbildung von zuverl├Ąssigen Kutschpferden, und w├╝rden das sicher nicht machen, wenn das f├╝r die Fohlen ein zu gro├čer Stre├č w├Ąre, weil sich das sp├Ąter r├Ąchen w├╝rde.

Gr├╝├če Susanne
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Kathrin
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BeitragVerfasst am: 06.09.2008, 21:18    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich war beim Esel- und Mulitreffen in Paaren mit meiner Marlene( 6 Jahre). Die sonst absolut verl├Ąssliche Mulimaus, die aus ihren Punkerjahren eigentlich rausgewachsen ist, hat mich da total vorgef├╝hrt!! Vor Aufregung wegen all dem Neuen(?) und den anderen Tieren, was ja auch eben Stress ist. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als ich das wenige Monate alte Mulifohlen der Rensch-Familie sah, das mit Mutter dabei war. Obercool, aber echt ohne kleinste Stressanzeichen!!!( oder war es gedopt? Gro├čes L├Ącheln )Weil es solche Auftritte gew├Âhnt war, so klein es war...
_________________
Ein Muli hat die Austrahlung des Pferdes und den Charme des Esels
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